Fußball

Kolumbien wankt, doch Ghana reicht nicht: Achtelfinale

Kolumbien marschiert weiter – doch ausgerechnet Bayern-Star Luis Díaz wird erneut ausgebremst. Reicht das fürs WM-Märchen?

04.07.2026, 05:32 Uhr

Kolumbien hält Kurs Richtung Viertelfinale

Kolumbien darf weiter vom ersten WM-Viertelfinale seit 2014 träumen. Die Südamerikaner setzten sich im Sechzehntelfinale gegen Ghana mit 1:0 (1:0) durch und treffen nun am Dienstag in Vancouver im Achtelfinale auf die Schweiz.

Vor 69.045 Zuschauern im ausverkauften Stadion von Kansas City erzielte Jhon Arias bereits in der 14. Minute das entscheidende Tor. Rund 40.000 Fans der Cafeteros sorgten dabei mit ihren gelben Farben für eine beeindruckende Kulisse.

Sollte Kolumbien auch die nächste Runde überstehen und parallel Argentinien sein Achtelfinale gegen Ägypten gewinnen, käme es im Viertelfinale in Kansas City zum mit Spannung erwarteten südamerikanischen Duell der beiden Schwergewichte. Es wäre eine Neuauflage des Copa-América-Endspiels von 2024.

Früher Rückschlag, dann die Führung

Für Kolumbien begann die Partie zunächst unerquicklich. Ghana setzte durch Thomas Partey schon nach wenigen Sekunden ein erstes Ausrufezeichen. Kurz darauf musste Kolumbien verletzungsbedingt wechseln: Jhon Cordoba verließ in der achten Minute mit muskulären Problemen den Platz.

Für den früheren Bundesliga-Profi kam Luis Suarez ins Spiel. Der Angreifer von Sporting Lissabon brachte sofort Schwung in die Offensive und legte stark für Arias auf, der in zentraler Position frei zum 1:0 einschob.

Danach kontrollierte Kolumbien die Begegnung weitgehend. Auch Ghana musste früh umstellen, nachdem Marvin Senaya verletzt raus musste und durch Alidu Seidu ersetzt wurde. Offensiv gelang den Afrikanern in der Folge jedoch kaum noch etwas.

Lorenzo warnt vor der Schweiz

Kolumbiens Trainer Nestor Lorenzo wollte nach dem verdienten, trotz des knappen Ergebnisses ungefährdeten Erfolg noch nicht über ein mögliches Duell mit Argentinien sprechen. Stattdessen richtete er den Blick sofort auf den kommenden Gegner.

„Die Schweizer sind wie eine geölte Maschine. Das wird nicht einfach“, sagte Lorenzo.

Zugleich hob der Coach die Unterstützung der eigenen Anhänger hervor.

„Die Leidenschaft unserer Fans ist großartig. Sie folgen uns überall hin. Egal, wo wir spielen.“

Diaz ohne Tor, aber trotzdem im Mittelpunkt

Kolumbien hatte in der Gruppenphase bereits überzeugt und sogar Portugal um Cristiano Ronaldo hinter sich gelassen. Gegen Ghana verpasste das Team von Trainer Lorenzo noch vor der Pause das 2:0, als Johan Mojica an Torhüter Lawrence Ati Zigi scheiterte.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Kolumbien die klar bessere Mannschaft, nutzte seine Chancen aber nicht konsequent. Ein Treffer von Bayern-Profi Luis Diaz zählte wegen Abseits nicht (56.), kurz darauf parierte Zigi erneut gegen den Flügelspieler. Schon im Vorrundenspiel gegen Usbekistan waren Diaz zwei Tore aberkannt worden.

Trotz seiner Torlosigkeit wurde Diaz zum Spieler des Spiels gewählt. Der Offensivmann zeigte sich nach Abpfiff zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft.

„Ich glaube, wir haben ein tolles Spiel gemacht. Wir müssen nur noch ein paar Tore mehr machen“, sagte Diaz.

Dass am Ende Arias der entscheidende Mann war, störte ihn nicht.

„Wir sind wie eine Familie. Jeder ist für den anderen da.“

Kolumbien vergibt die Entscheidung

Weil weitere gute Möglichkeiten ungenutzt blieben, musste Kolumbien bis in die Schlussphase zittern. Davinson Sanchez (81.) und der eingewechselte Juan Quintero (84.) vergaben weitere Chancen auf die Vorentscheidung. Am Ende reichte der knappe Vorsprung dennoch für einen verdienten Sieg und den Einzug in die nächste Runde.

Mit Blick auf die bisherige Turnierform scheint Kolumbien auch gegen die Schweiz nicht chancenlos. Sorgen bereitet allerdings weiter die Chancenverwertung.

Schwache Bilanz für Afrikas Teams

Für Ghana setzte sich damit zugleich die enttäuschende Bilanz der afrikanischen Mannschaften fort. Zwar hatten neun von zehn Teams die Gruppenphase überstanden, im Sechzehntelfinale war für sieben von ihnen jedoch Endstation. Nur Ägypten und Marokko erreichten nach Erfolgen gegen Australien beziehungsweise die Niederlande das Achtelfinale.

Ghana, das nach der Trennung von Otto Addo im März nun mit dem 73-jährigen Carlos Queiroz bei dessen fünfter WM antrat, wirkte über weite Strecken nicht wie ein ernsthafter Kandidat für das Weiterkommen. Die Black Stars konnten die Hoffnungen, auch im Namen des Kontinents ein Zeichen zu setzen, nicht erfüllen.

Kolumbien dagegen darf weiter hoffen. 2014 war erst im Viertelfinale gegen Gastgeber Brasilien Schluss gewesen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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