Wirtschaft

Beschwerde-Rekord: Was bei Reisen jetzt schiefläuft

Reisechaos explodiert: 29.400 Beschwerden in 6 Monaten – warum jetzt vor allem Fluggäste auf ihr Geld pochen.

04.07.2026, 04:45 Uhr

Rekordzahl an Beschwerden bei der Schlichtungsstelle für Reisen und Verkehr

Wegen massiver Beeinträchtigungen durch extremes Frühlingswetter und den Krieg in der Golfregion haben sich im ersten Halbjahr so viele Reisende wie nie zuvor an die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr gewandt. Nach Angaben des Vereins gingen in den ersten sechs Monaten mehr als 29.400 Anträge ein – ein Höchststand für ein erstes Halbjahr.

Die starke Zunahme sei jedoch nicht nur auf Probleme im Reiseverkehr zurückzuführen. Auch die wachsende Nutzung von Künstlicher Intelligenz trage dazu bei, dass deutlich mehr Verbraucherinnen und Verbraucher auf die Schlichtungsstelle aufmerksam würden und dort Hilfe suchten. Dieses Phänomen sei zuletzt auch von anderen Verbraucherschlichtungsstellen beobachtet worden.

Die meisten Beschwerden betreffen Flugreisen

Mit 83 Prozent entfiel der überwiegende Teil der Anträge auf den Luftverkehr. Besonders häufig ging es dabei um Flugstreichungen wegen schlechten Wetters, Ausfälle infolge von Streiks sowie Beeinträchtigungen durch den Krieg in der Golfregion.

Auf den Bahnverkehr entfielen laut Schlichtungsstelle rund 14 Prozent der Beschwerden. Ursache seien vor allem zahlreiche Verspätungen, die mit der vielerorts maroden und überlasteten Infrastruktur zusammenhingen.

In mehr als 80 Prozent aller Streitfälle konnte nach Angaben der Stelle eine Einigung erreicht werden. Für Reisende bedeutet das meist, dass sie ihre Forderungen vollständig erstattet bekommen.

Auch für das Gesamtjahr erwartet die Schlichtungsstelle einen neuen Rekordwert. Erfahrungsgemäß gehen in der zweiten Jahreshälfte wegen der Sommerreisezeit noch mehr Beschwerden ein als in den ersten sechs Monaten.

Die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr bearbeitet seit 2010 Konflikte bei Flug-, Bahn-, Bus- und Schiffsreisen. Häufig geht es um Entschädigungen wegen Verspätungen oder Ausfällen. Rund 400 Verkehrsunternehmen nehmen an dem Verfahren teil und finanzieren es selbst.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen