Trump warnt zum 250. Unabhängigkeitstag vor „Kommunismus“ – Putin gratuliert den USA
US-Präsident Donald Trump hat die Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten genutzt, um seine Landsleute vor kommunistischen Ideen zu warnen. Bei einem Auftritt vor Anhängern im Bundesstaat South Dakota erklärte der Republikaner, man könne entweder Kommunist oder Patriot sein. Den Begriff „Kommunismus“ verwendet Trump seit Längerem auch, um linke politische Gegner im Inland und deren Positionen anzugreifen.
Vor der markanten Kulisse des Mount Rushmore zeichnete Trump am Vorabend des Unabhängigkeitstags zugleich das Bild eines zutiefst religiös geprägten Landes. Die Rechte der Amerikaner seien, so Trump, von Gott verliehen worden, „der uns erschaffen hat“.
Der 80-Jährige sagte zudem, kein anderes Land habe der Welt mehr Gutes gebracht als die Vereinigten Staaten. Außerdem hob er hervor, dass in Amerika Englisch gesprochen werde, weil dies die Sprache der Gründerväter sei. Unerwähnt blieb dabei, dass in den USA auch Spanisch von sehr vielen Menschen gesprochen wird.
Zum Jubiläum kam auch ein Gruß aus Moskau: Kremlchef Wladimir Putin gratulierte den USA zum 250. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. In einem vom russischen Außenministerium veröffentlichten Telegramm an Trump schrieb er, die amerikanische Unabhängigkeitserklärung habe nicht nur den Beginn des Staates markiert, sondern sei auch ein bedeutender Meilenstein der Weltgeschichte gewesen. Zugleich verwies Putin darauf, dass Russland die nordamerikanischen Kolonisten damals unterstützt habe.
Putin hob außerdem hervor, dass es in zweieinhalb Jahrhunderten der Beziehungen zwischen beiden Ländern zahlreiche „ruhmreiche Kapitel“ gegeben habe. Russland und die USA seien Verbündete in zwei Weltkriegen gewesen, hätten gemeinsam zur Befreiung vom Nationalsozialismus beigetragen und anschließend an den Grundlagen der modernen Weltordnung mitgewirkt, schrieb er. Als Atommächte trügen beide Staaten auch heute eine besondere Verantwortung für Sicherheit und Stabilität in der Welt.
Sein Schreiben schloss Putin nach einem Händedruck-Emoji mit persönlichen Wünschen an Trump und dessen Familie sowie mit Glückwünschen an die Bürger der Vereinigten Staaten.
Mount Rushmore zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen der USA. In den Felsen gehauen sind dort die Köpfe der Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln.
Schon vor sechs Jahren hatte Trump das Nationaldenkmal für einen Auftritt am Unabhängigkeitstag genutzt. Damals wetterte er in einer Rede gegen Teilnehmer der landesweiten Proteste gegen Rassismus.
Große Hitze überschattet die Feiern
Der Samstag bildet den Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten. Für den späten Abend ist in Washington ein großes Feuerwerk geplant, das von mehreren Orten aus gezündet werden soll. Bereits am Freitag donnerten wiederholt Kampfjets über die US-Hauptstadt, auch am Samstag sind weitere Flüge vorgesehen.
Die extreme Hitze dürfte jedoch vielen die Feierlaune verderben. Seit Tagen leidet Washington unter Temperaturen von rund 40 Grad. Trump lässt sich davon nach eigenen Worten nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Er kündigte in dieser Woche an, „eine richtig lange Rede“ halten zu wollen, um zu zeigen, dass er allem gewachsen sei. Sein Auftritt ist für 21.45 Uhr Ortszeit an der Ostküste vorgesehen, also für Sonntag, 3.45 Uhr MESZ. Eine große Parade am Vormittag wurde wegen der extremen Temperaturen bereits abgesagt.
Innenpolitisch steht Trump derzeit stark unter Druck. Vor allem der Krieg mit dem Iran sorgt bei vielen Menschen in den USA für Kritik. Seine Umfragewerte sind seit Längerem schwach. Viele Amerikaner gelten als kriegsmüde, während die Regierung einen patriotisch-militärischen Ton anschlägt. In den vergangenen Tagen trat Trump rund um die Feiern zum 250. Geburtstag der USA verstärkt öffentlich auf und nutzte seine Reden auch, um Erfolge seiner zweiten Amtszeit hervorzuheben.
Quelle: dpa/bearbeitet
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber