Trotz zuletzt drei Partien ohne Sieg rechnet sich Nürnbergs Trainer Miroslav Klose im DFB-Pokal etwas aus. Der Zweitligist tritt am Mittwochabend um 20.45 Uhr bei Bayer Leverkusen an und geht als klarer Außenseiter in das Duell mit dem Bundesliga-Vierten und Europa-League-Teilnehmer.
Für Klose ist die Partie dennoch ein absolutes Topspiel. Sein Ziel formulierte der FCN-Coach deutlich: Nürnberg wolle Leverkusen „ins Wanken bringen“. Gleichzeitig machte er klar, dass seine Mannschaft mit der richtigen Haltung auftreten muss, wenn eine Überraschung gelingen soll.
Klose weiß nur zu gut, wie tückisch der Wettbewerb sein kann. In der vergangenen Saison war für den „Club“ bereits in der ersten Runde beim FV Illertissen Schluss. Auch in dieser Spielzeit kam Nürnberg zum Auftakt bei Viktoria Köln erst im Elfmeterschießen weiter. Gerade deshalb hofft Klose nun darauf, dass im Pokal erneut ein Favorit strauchelt.
Nach dem 0:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern am vergangenen Samstag, der ersten Saisonniederlage, sieht Klose sein Team mental wieder stabil. Im Training habe die Mannschaft einen frischen und guten Eindruck hinterlassen. Allerdings reist Nürnberg nicht mit optimalen Voraussetzungen an: Neben der kleinen Sieglos-Serie fehlt mit Mohamed Ali Zoma auch der beste Torjäger nach einer Schulter-Operation.
Nürnbergs Plan: Leverkusen fordern
Auch innerhalb der Mannschaft ist der Respekt vor der Aufgabe groß, der Glaube an einen Coup aber vorhanden. Julian Justvan betonte, dass Nürnberg als Underdog antrete – was im Pokal nicht zwingend ein Nachteil sein müsse. Es sei ein Highlightspiel, auch wenn für ihn mit Blick auf die Saisonverläufe die Liga langfristig wichtiger bleibe. Bereits am Samstag wartet auswärts der FC St. Pauli.
Klose schloss deshalb Änderungen in der Anfangsformation nicht aus. Wegen der ungewohnten Englischen Woche denkt der Nürnberger Trainer über Rotation nach. Mehrere Spieler hätten sich empfohlen und das Vertrauen, auch in einem solchen Spiel von Beginn an auf dem Platz zu stehen.
Verteidiger Fynn Otto könnte in Leverkusen wieder eine Option sein. Der Abwehrmann hatte sich gegen Kaiserslautern das Knie überstreckt und musste ausgewechselt werden. Laut Klose ist Otto inzwischen schmerzfrei und soll mitreisen. Ob ein Einsatz am Ende sinnvoll ist oder doch ein Risiko darstellt, soll kurzfristig entschieden werden.
Vorfreude auf das Bundesliga-Niveau
Grundsätzlich hält Klose eine Überraschung beim Favoriten für möglich. Im DFB-Pokal gebe es immer wieder Mannschaften, die unerwartet ins Stolpern geraten. Genau darauf hofft Nürnberg nun auch: Leverkusen unter Druck setzen, die eigenen Möglichkeiten konsequent nutzen und dann sehen, was am Ende möglich ist.
Zugleich blickt der FCN-Coach mit Vorfreude auf den Vergleich mit einem Topteam. Er will sehen, wie seine junge Mannschaft mit dem Niveau, der Spielweise und dem Rahmen eines solchen Abends zurechtkommt. Auch Stürmer Piet Scobel zeigte sich gespannt auf die Aufgabe gegen einen Spitzenclub aus der Bundesliga.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber