Fußball

Mit Bayern-Waffe: So will Real den FCB schocken

Vor dem Bayern-Kracher: Warum Elisa Senß von Real schwärmt – und was die Königlichen so gefährlich macht

27.10.2026, 13:53 Uhr

Deutsche Spielerinnen prägen Reals Aufbruch im Frauenfußball

Real Madrid zieht mit seinem großen Namen längst auch im Frauenfußball prominente Spielerinnen an. Für Nationalspielerin Elisa Senß ist es "etwas ganz Besonderes, für den größten Club der Welt zu spielen". Noch ist Real bei den Frauen aber nicht auf dem Niveau, das der Verein im Männerbereich verkörpert. Daran sollen auch mehrere Deutsche mitarbeiten.

Vor dem Champions-League-Duell beim FC Bayern am Mittwoch (18.45 Uhr, ZDF/Disney+) richtet sich der Blick deshalb nicht nur auf Senß, sondern auch auf die Ex-Nationalspielerinnen Merle Frohms und Sara Däbritz.

Seit der Eingliederung von CD Tacón im Jahr 2020 existiert die Frauenmannschaft von Real Madrid in ihrer heutigen Form. Trotz der noch jungen Geschichte hat der Club seine Ambitionen schnell untermauert und zahlreiche namhafte Spielerinnen nach Spanien geholt. Senß, die im Sommer aus Frankfurt kam, sieht bei den Madrilenerinnen eine klare Entwicklung: Obwohl die Frauenabteilung noch vergleichsweise jung sei, mache Real von Jahr zu Jahr enorme Fortschritte.

Während Senß inzwischen fest zur Startelf gehört, muss Däbritz mitunter zunächst auf der Bank Platz nehmen. Die frühere Münchnerin war 2025 von Olympique Lyon nach Madrid gewechselt. Ebenfalls neu im Team war damals Torhüterin Frohms. Die ehemalige Wolfsburgerin verletzte sich nach starkem Beginn schwer am hinteren Kreuzband, arbeitete sich aber zurück und ist inzwischen wieder die erste Wahl im Tor.

Senß freut sich auf Rückkehr nach Deutschland

Besonders für Senß ist die Begegnung im Sportpark Unterhaching von Bedeutung. "Als deutsche Nationalspielerin ist es für mich immer etwas Besonderes, in Deutschland zu spielen – gerade in der Champions League", sagte die 29-jährige Mittelfeldspielerin. Sie erwartet ein "Duell zwischen zwei europäischen Topclubs".

Melanie Leupolz sieht Bayern im direkten Vergleich dennoch noch etwas weiter. Die Ex-Nationalspielerin, die beide Vereine aus eigener Erfahrung kennt, verweist auf den Erfahrungsvorsprung der Münchnerinnen. Sechs Jahre spielte sie in München, dazu in der Saison 2024/2025 noch für Real Madrid, bevor sie ihre Karriere beendete.

Leupolz sieht Bayern aktuell noch vor Real

Aus Sicht von Leupolz fehlt Real in manchen Situationen noch die Routine. Gleichzeitig bescheinigt sie dem Team jugendliche Frische, Unbeschwertheit und große Spielfreude. Dafür steht etwa die erst 19 Jahre alte Angreiferin Felicia Schröder, die aus Schweden von BK Häcken kam und als eines der größten Offensivtalente Europas gilt. Bei der Ballon-d’Or-Wahl belegte sie in der Nachwuchskategorie Rang fünf.

Hinzu kommen weitere bekannte Namen wie Athenea del Castillo, Weltmeisterin mit Spanien und inzwischen Rekordspielerin des Clubs, sowie Kolumbiens Offensivstar Linda Caicedo. Auch aus der Bundesliga wechselten im Sommer mehrere Spielerinnen nach Madrid: Neben Senß zog es Lineth Beerensteyn und Janou Levels aus Wolfsburg sowie Arianna Caruso vom FC Bayern in die spanische Hauptstadt.

Senß betont, dass Real viel in den Frauenfußball investiere. Genau das sei ein entscheidender Grund für ihren Wechsel gewesen. Laut Clubangaben lag der Umsatz zuletzt bei 12,3 Millionen Euro – mit steigender Tendenz. Für Senß ist das ein weiterer Beleg für die dynamische Entwicklung.

Gegen Barcelona bleibt die Lücke groß

Trotz aller Fortschritte ist der Abstand zum großen Rivalen FC Barcelona weiterhin deutlich. Das zeigte Anfang Oktober auch der Clásico, den Real vor mehr als 40.000 Zuschauerinnen und Zuschauern im Camp Nou klar mit 0:7 verlor. Barças Clàudia Pina traf dabei gleich viermal. Senß, Frohms und die eingewechselte Däbritz konnten die Niederlage nicht verhindern.

Senß fand danach klare Worte: "Das war natürlich nix. Das war richtig doof." Ein ähnlich einseitiges Spiel gegen den FC Bayern wird nun allerdings nicht unbedingt erwartet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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