Bayern

Atommüll in Ostbayern? Region bleibt im Rennen

Atommüllendlager gesucht: Teile Niederbayerns und der Oberpfalz sind weiter im Rennen – was das jetzt für die Region bedeutet.

27.10.2026, 14:24 Uhr

Mehrere Regionen in Ostbayern weiter im Rennen um Atommüll-Endlager

Bei der bundesweiten Suche nach einem Endlager für hoch radioaktive Abfälle gelten weiterhin mehrere Flächen in Niederbayern und der Oberpfalz als potenziell geeignet. Das geht aus einer neuen Mitteilung der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hervor.

Nicht weiter berücksichtigt werden dagegen nach aktuellem Stand ein Areal im Fichtelgebirge sowie ein Gebiet in der Umgebung von Neu-Ulm. Beide Regionen waren vor einem Jahr noch Teil der Prüfung. Zwar seien sie grundsätzlich als geeignet bewertet worden, erklärte ein Sprecher, bundesweit gebe es jedoch deutlich bessere geologische Voraussetzungen.

Glauber sieht Bayern nicht als geeigneten Standort

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) bezeichnete das Ausscheiden der Gebiete in Schwaben und Franken als positive Nachricht für die Menschen dort. Für viele Bürgerinnen und Bürger in Ostbayern bleibe die Lage jedoch unsicher. Dort könne Ende 2027 noch immer ein Teilgebiet als mögliche Standortregion vorgeschlagen werden.

Nach Ansicht der bayerischen Staatsregierung sind die von der BGE weiter untersuchten kristallinen Gesteinsformationen im Osten der Oberpfalz und in Niederbayern ungeeignet. Der Freistaat verlangt daher vom Bund, diese Regionen möglichst rasch aus dem Verfahren herauszunehmen.

Nächster wichtiger Schritt ist für 2027 geplant

Bei den nun veröffentlichten Flächen handelt es sich um die letzte Eingrenzung, bevor konkrete mögliche Standortregionen offiziell benannt werden. Diese sollen anschließend vertieft untersucht werden. Nach Angaben der BGE ist dieser Schritt für das Jahr 2027 vorgesehen. Die endgültige Entscheidung darüber, welche Regionen erkundet werden, trifft der Bundestag.

Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE)
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat eine schwere Aufgabe zu erfüllen. Sie muss herausfinden, welche Standorte für den Bau eines Endlagers für hoch radioaktiven Müll geeignet sein konnten. (Archivbild) Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Die BGE untersucht deutschlandweit Gebiete mit günstigen geologischen Bedingungen für die unterirdische Lagerung hoch radioaktiver Abfälle. Das Bundesumweltministerium rechnet derzeit damit, dass bis 2050 ein Endlagerstandort gefunden werden kann. Damit würde sich die Suche um rund 20 Jahre gegenüber früheren Planungen verzögern. Wann ein solches Lager tatsächlich in Betrieb gehen könnte, ist weiterhin offen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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