Ein 13 Jahre alter Junge soll auf dem Bahnhofsvorplatz in Dingolfing mit einer Spielzeugpistole, die wie eine echte Waffe wirkte, auf vorbeifahrende Autos gezielt haben. Nach Angaben der Polizei ließ er sich ohne Widerstand festnehmen. Verletzt wurde niemand.
Da der Junge noch nicht strafmündig ist, wurden seine Erziehungsberechtigten und die zuständigen Behörden informiert. Ein Polizeisprecher sagte, der 13-Jährige sei nach dem Einsatz seinen Sorgeberechtigten übergeben worden. An der Mündung der Pistole habe sich eine orangefarbene Markierung befunden, wie sie bei Spielzeugwaffen gesetzlich vorgeschrieben ist.
Die Polizei sucht nun mögliche Zeugen. Autofahrerinnen und Autofahrer sowie andere Personen, die sich durch die Waffe bedroht gefühlt haben, sollen sich melden. Noch unklar ist laut Polizei, wie lange der Junge sich vor dem Bahnhof mit der Spielzeugwaffe aufhielt und auf wie viele Fahrzeuge er zielte.
Täuschend echte Spielzeugwaffen sorgen immer wieder für Einsätze
Erst am Mittwochabend war es in Hof zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Dort hatten zwei Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren mit realistisch aussehenden Softairwaffen in der Innenstadt einen Polizeieinsatz ausgelöst. Eine Passantin verständigte die Polizei. Die Jugendlichen übergaben die Waffen den Einsatzkräften. Gegen beide wurde ein Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen das Waffengesetz eingeleitet.
Auch ein Fall aus München-Schwabing zählt zu dieser Reihe von Vorfällen. Mitte August hatte ein Polizist einen 14-Jährigen angeschossen und schwer verletzt, nachdem dieser eine Softair-Pistole bei sich hatte, die einer echten Beretta 92 sehr ähnlich sah. Die Staatsanwaltschaft München prüft zusammen mit dem Landeskriminalamt weiterhin, ob der Schuss rechtmäßig war. Über den genauen Ablauf machen Polizei und Familie des Jugendlichen unterschiedliche Angaben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber