Klopp wirbt für Offenheit und einen unverkrampften Patriotismus
Bei der Vorstellung seines ersten Aufgebots als Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat Jürgen Klopp für einen offenen Umgang mit nationalen Symbolen geworben. Auf dem DFB-Campus in Frankfurt sagte er, er wünsche sich, „die Fahne wieder positiv besetzen“ zu können.
Sein Anliegen sei, dass das Zeigen der Flagge nicht sofort Misstrauen auslöse. Stattdessen solle es als Ausdruck von Freude und Dankbarkeit verstanden werden — darüber, in Deutschland geboren worden zu sein, hier aufgewachsen zu sein oder in diesem Land zu leben.
Klopp will Patriotismus nicht Extremisten überlassen
Zuvor spielte Klopp auf das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an, bei der die AfD stärkste Kraft wurde, ohne die Partei direkt beim Namen zu nennen. Es habe eine Wahl gegeben, deren Ausgang einige vermutlich begrüßt hätten, während andere mit großer Sorge darauf blickten, sagte er.
Vor diesem Hintergrund habe er für sich den Schluss gezogen, ein gesundes Gefühl von nationaler Identifikation nicht jenen zu überlassen, die es in eine falsche Richtung lenken wollten. Zugleich räumte Klopp ein, dass schon der Begriff „Nationalstolz“ schnell missverstanden werden könne.
„Deutschland ist ein wundervolles Land“
Klopp betonte, dass Stolz auf das eigene Land und Offenheit für Vielfalt aus seiner Sicht kein Widerspruch seien. Man könne deutsch sein und zugleich mitfühlend, freundlich, tolerant und weltoffen bleiben. Daran habe er keinerlei Zweifel.
Auch seine neue Aufgabe als Bundestrainer erfülle ihn mit großem Stolz. Der frühere Coach von Mainz 05, Borussia Dortmund und dem FC Liverpool sagte, er halte Deutschland für ein großartiges Land.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber