Klopp stellt ersten DFB-Kader vor: Darauf kommt es bei der Präsentation an
Jürgen Klopp gibt heute seinen ersten Kader als Bundestrainer bekannt. Bei der Vorstellung um 10.00 Uhr in der DFB-Zentrale in Frankfurt dürften für die ersten vier Nations-League-Spiele nicht nur bekannte Namen, sondern auch einige unerwartete Personalentscheidungen im Mittelpunkt stehen.
Auf diese Fragen werden die Anhänger der Nationalmannschaft besonders achten.
Was sagt Klopp zu …
… der Rolle von Kapitän Joshua Kimmich?
Dass Joshua Kimmich die deutsche Nationalmannschaft weiterhin als Kapitän anführt, gilt als wahrscheinlich. Spannend ist jedoch, wo Klopp ihn auf dem Platz einsetzen will. Immer wieder wird gefordert, den erfahrenen Bayern-Profi dauerhaft ins zentrale Mittelfeld zu ziehen, damit er das Spiel stärker aus dem Zentrum lenken kann. Sollte es dazu kommen, stellt sich sofort die nächste Frage: Wer übernimmt dann hinten rechts? Genau auf dieser Position gab es zuletzt keine dauerhafte Lösung.
… den Neuzugängen im Aufgebot?
Mit Felix Keidel, Finn Jeltsch, Younes Ebnoutalib und auch Jonas Urbig stehen mehrere Spieler im Fokus, die bislang noch ohne Länderspiel sind. Einige ihrer Berufungen kämen durchaus überraschend. Möglich ist zudem, dass noch weitere neue Gesichter dazukommen. Klopp dürfte den Debütanten Rückhalt geben und ihnen das Vertrauen zusprechen, das es für einen echten Neustart braucht. Frische Impulse gelten als wichtiger Baustein für den Umbau der Mannschaft.
… dem Verzicht auf mehrere WM-Teilnehmer?
Ein personeller Neuanfang bedeutet auch, dass einige bisherige Nationalspieler vorerst außen vor bleiben. Diesmal könnte es unter anderem Deniz Undav und Leroy Sané treffen. Vor allem bei Undav dürfte die Entscheidung Diskussionen auslösen. Noch vor dem WM-Start gegen Curaçao hatte Klopp den Stuttgarter Angreifer als Startelf-Kandidaten gesehen, nun soll er offenbar keinen Platz im Kader erhalten. Dafür wird der Bundestrainer Erklärungen liefern müssen.
… dem möglichen Comeback von Marc-André ter Stegen?
Bei Marc-André ter Stegen könnte sich die lange schwierige Geschichte im DFB-Team doch noch zum Positiven wenden. Jahrelang stand er im Schatten von Manuel Neuer, dazu kamen wiederholt Verletzungsprobleme. Nun deutet vieles darauf hin, dass der 34-Jährige als neue Nummer eins in die kommenden Spiele geht. Bei Ajax Amsterdam scheint er wieder den nötigen Rückhalt zu haben. Eine dauerhafte Garantie ist das aber nicht: Jonas Urbig gilt als Perspektivspieler für die Zukunft, und generell ist die Konkurrenz auf der Torwartposition groß.
… den Chancen auf einen erfolgreichen Start?
Auch Klopp wird an Ergebnissen gemessen werden. Besonders das Auftaktspiel in den Niederlanden verspricht direkt große Aufmerksamkeit. Danach folgen Partien gegen Griechenland, Serbien und noch einmal Griechenland. Zuletzt hatte Klopp die Erwartungen allerdings bewusst gedämpft. Sein Tenor: Es müsse ein realistischer Rahmen geschaffen werden, in dem sich die Mannschaft entwickeln und vielleicht sogar positiv überraschen könne. Mit anderen Worten: Die Fans sollen Geduld mitbringen, denn der Umbau braucht Zeit.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber