Fußball

Infantino unter Feuer: Ex-Profis fordern den Schnitt

Ex-Stars rechnen mit der FIFA ab: Hat die Führung den Fußball verraten? Diese radikalen Forderungen stellen sie jetzt.

25.08.2026, 11:36 Uhr

Ehemalige Topspieler verlangen Neuanfang bei der FIFA

Mehrere frühere internationale Fußballstars haben nach den umstrittenen Investorenideen von FIFA-Präsident Gianni Infantino einen grundlegenden Wechsel an der Spitze des Weltverbands gefordert. In einer auf Instagram verbreiteten Erklärung kritisieren unter anderem der frühere französische Nationalspieler Mikael Silvestre, Ex-Weltmeister Emmanuel Petit, der ehemalige englische Nationaltorwart David James sowie Englands Verteidigerin Lucy Bronze die aktuelle Führung scharf.

Darin heißt es sinngemäß, ein Kurswechsel sei unvermeidlich. Die Macht habe die heutige FIFA-Spitze daran gehindert, sauber zwischen eigenen Interessen und dem Wohl des Fußballs zu unterscheiden.

Auslöser der Kritik waren Infantinos inzwischen wieder zurückgezogene Pläne, private Investoren an künftigen WM-Geschäften zu beteiligen. Diese Überlegungen hatten in der Fußballwelt für heftige Reaktionen gesorgt.

Kritik an fehlender Einbindung von Spielern und Fans

Die Unterzeichner erklärten zudem, sie teilten dieselben Sorgen wie Millionen Anhänger weltweit. Zugleich hätten sie beobachtet, wie sich der Fußball unter der derzeitigen FIFA-Führung zunehmend von seinen Grundwerten entferne.

Besonders deutlich fiel der Vorwurf aus, dass Spieler und Fans bei wichtigen Weichenstellungen übergangen worden seien. Über lange Zeit seien Entscheidungen getroffen worden, ohne die Profis anzuhören oder angemessen einzubeziehen. Auch auf die Interessen der Fans, die den Sport tragen, sei zu wenig Rücksicht genommen worden.

Gianni Infantino
Gianni Infantino will weiter an der Spitze der FIFA bleiben. Quelle: Teresa Suarez/Pool EPA via AP/dpa

Die jüngsten Entwicklungen hätten es unmöglich gemacht, weiter still zu bleiben. Die Botschaft der Ex-Profis: Jetzt reiche es.

Forderung nach strukturellem Wandel

Nach Ansicht der Kritiker braucht der Weltverband nicht nur neue Gesichter, sondern tiefgreifende Veränderungen in seiner Struktur. Zwar gebe es innerhalb der FIFA durchaus Menschen, die verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen wollten. Für eine neue Ära brauche es aber vor allem echte Mitbestimmung von Spielern und Fans bei der Führung des Fußballs.

Auch Rückendeckung für Infantino

Trotz der massiven Kritik bekommt Infantino nicht nur Gegenwind. Unterstützung kam etwa vom früheren Weltklassestürmer Samuel Eto’o, der heute Präsident des kamerunischen Fußballverbandes ist. Gegenüber CNN sagte Eto’o, der FIFA-Chef habe "nichts falsch gemacht". Aus seiner Sicht hätte das Projekt gerade für Afrika großes Potenzial gehabt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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