Verfahren gegen drei Schüler einer Elite-Privatschule in Sydney begonnen
In Sydney hat vor einem Jugendgericht das Verfahren gegen drei Schüler einer renommierten Privatschule begonnen. Den 13- und 14-Jährigen wird vorgeworfen, am 22. Juli ein 14 Jahre altes Mädchen in einer Gasse gemeinsam sexuell angegriffen zu haben. Nach Angaben des australischen Senders ABC wies die zuständige Richterin bereits auf spürbare Folgen der starken öffentlichen Aufmerksamkeit hin.
Die Jugendlichen besuchen das Scots College im wohlhabenden Vorort Bellevue Hill im Osten Sydneys. Die Schule zählt zu den ältesten, bekanntesten und teuersten Privatschulen Australiens. Medienberichten zufolge wurden die drei Jungen am 13. August festgenommen und wegen mehrerer mutmaßlicher Sexualdelikte angeklagt. Anschließend kamen sie unter strengen Auflagen auf Kaution frei. Dazu zählen unter anderem Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote.
Da die Beschuldigten minderjährig sind, dürfen ihre Namen nicht veröffentlicht werden. Das Scots College bestätigte laut ABC nach den Festnahmen jedoch, dass es sich bei den drei Jungen um Schüler der Schule handelt. Zugleich erklärte die Einrichtung, sie habe mit den Ermittlungsbehörden kooperiert und werde dies weiterhin tun.
Sorge wegen möglicher Identifizierung
Bei der ersten Anhörung vor dem Children’s Court in Sydney sagte Richterin Susan Duncombe, der Fall habe bereits erhebliche mediale Beachtung erfahren. Dies habe für einige der Angeklagten schon Folgen gehabt, ohne dass sie nähere Einzelheiten nannte. Die Verteidigung äußerte außerdem Bedenken, dass die Jugendlichen trotz des gesetzlichen Schutzes durch Berichte oder Hinweise in sozialen Netzwerken identifiziert werden könnten.
Vorerst bleiben die drei Beschuldigten auf freiem Fuß. Die nächste Anhörung ist für den 20. Oktober angesetzt. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, würden wegen des Alters der Jugendlichen die besonderen Vorschriften des Jugendstrafrechts gelten. Welche Konsequenzen im Einzelnen drohen, hängt unter anderem von den konkreten Vorwürfen, dem Alter der Beschuldigten und ihrem jeweiligen Tatbeitrag ab.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber