Mehrheit der Bundesliga-Trainer setzt wieder auf Bayern als Meister
Vor dem Saisonstart der Fußball-Bundesliga sehen die meisten Trainer erneut den FC Bayern München an der Spitze. Nur Paderborns Aufstiegstrainer Ralf Kettemann wagte in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur einen ungewöhnlichen Tipp und nannte den VfB Stuttgart als künftigen deutschen Meister.
Die klare Tendenz unter den Coaches ist jedoch eine andere: Elf Trainer halten die Mannschaft von Vincent Kompany für den heißesten Kandidaten auf den Titel. Sechs wollten sich nicht eindeutig festlegen oder beantworteten die Frage nicht konkret. Die neue Spielzeit beginnt am Freitag mit dem Duell zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart um 20.30 Uhr, übertragen von Sat.1 und Sky.
Viel Lob für Bayern und Kompany
Hoffenheims Trainer Christian Ilzer sieht die Münchner wegen ihrer Qualität und der Breite im Kader im Vorteil. Über eine gesamte Saison hinweg werde Bayern für ihn die meisten Spiele gewinnen. Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund traut er zwar eine starke Rolle zu, den Titel aber erneut nicht.
Auch Freiburgs Trainer Julian Schuster rechnet mit einer Meisterschaft des Rekordchampions. Dabei hob er besonders Vincent Kompany hervor und meinte, solange der Belgier in München verantwortlich sei, bleibe Bayern wohl das Maß aller Dinge.
Borussia Mönchengladbachs Coach Eugen Polanski zählt den FC Bayern ebenfalls zu den klaren Topfavoriten. Als möglichen Außenseiter brachte er allerdings den VfB Stuttgart ins Spiel. Die Entwicklung der Schwaben unter Sebastian Hoeneß wird ligaweit aufmerksam verfolgt. Sollte der DFB-Pokalsieger von 2025 und Finalist dieses Sommers die Bayern im Titelrennen ernsthaft fordern, wäre das dennoch eine Überraschung.

Dortmund und Leipzig schwer einzuschätzen
Weder Borussia Dortmund noch RB Leipzig, die in der Vorsaison als erste Verfolger galten, werden von den Trainern als Meisterfavoriten genannt. Beide Clubs befinden sich nach personellen Veränderungen in einer Phase des Umbruchs.
Beim BVB, den unter anderem Karim Adeyemi, Julian Brandt und Niklas Süle verlassen haben, wird entscheidend sein, wie schnell die Neuzugänge ohne Bundesliga-Erfahrung einschlagen. Beim 1:2 gegen Bayern im Franz-Beckenbauer-Supercup zeigten vor allem die Griechen Konstantinos Karetsas und Giannis Konstantelias vielversprechende Ansätze. Ob das schon genügt, um in der Liga echten Druck auf die Münchner auszuüben, bleibt offen. In der Abschlusstabelle 2025/26 lag Dortmund als Zweiter immerhin 16 Punkte hinter Bayern.
Neue Gesichter auf den Trainerbänken
Auch Leipzig startet mit offenen Fragen in die Saison. Neben dem Abgang von Torjäger Yan Diomande zu Real Madrid haben die Sachsen nun mit Martín Demichelis einen neuen Trainer. Der frühere Bayern-Profi soll seinem Ex-Club nun von der Seitenlinie aus Paroli bieten.
Der letzte Verein, dem das im Meisterkampf wirklich gelang, war Bayer Leverkusen. Die Rheinländer hatten 2024 die langjährige Dominanz der Bayern beendet. Nach der Erfolgszeit unter Xabi Alonso standen anschließend Erik ten Hag und Kasper Hjulmand an der Seitenlinie. Nun beginnt Bayer 04 mit Carles Martínez die neue Spielzeit. Als Titelkandidat wird Leverkusen von den Bundesliga-Trainern derzeit allerdings nicht genannt.
Auch Matthäus erwartet eine klare Sache
Rekordnationalspieler Lothar Matthäus rechnet ebenfalls mit einer deutlichen Meisterschaft der Münchner. In seiner Sky-Kolumne schrieb der 65-Jährige, Bayern werde auch in dieser Saison wieder mit mindestens zehn Punkten Vorsprung vor der Konkurrenz landen. Im vergangenen Jahr hatte er sogar einen Vorsprung von mindestens 15 Zählern prognostiziert – am Ende waren es 16.
Bayern kennt die eigene Rolle
In München selbst ist man sich der Favoritenstellung bewusst. Sportvorstand Max Eberl betonte, dass man beim FC Bayern immer als Favorit gelte – unabhängig von Gegner, Zeitpunkt oder Wettbewerb. Nach einer starken vergangenen Saison sei es selbstverständlich das Ziel, dieses Niveau erneut zu erreichen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber