Köln wankt, kommt im DFB-Pokal aber weiter
Der 1. FC Köln hat einen blamablen Fehlstart im DFB-Pokal nur knapp verhindert. Beim Drittligisten Würzburger Kickers tat sich die Mannschaft von Trainer René Wagner lange schwer, drehte nach der Pause aber noch einen 0:1-Rückstand und gewann am Ende mühsam mit 2:1. Matchwinner war Isak Johannesson, der mit zwei Treffern dafür sorgte, dass Köln zum vierten Mal nacheinander die zweite Runde erreichte.
Vor 12.100 Zuschauern in der ausverkauften Kickers-Arena brachte David Abrangao die Gastgeber in der 18. Minute nach einer Hereingabe von Tim Kraus in Führung. Würzburg durfte damit auf die Überraschung hoffen, weil Köln bis dahin kaum Lösungen fand. Erst in der zweiten Halbzeit schlug Johannesson zu und traf in der 62. sowie in der 77. Minute. So verhinderten die Rheinländer wenige Tage vor dem Bundesligaauftakt gegen die TSG Hoffenheim einen misslungenen Start in die Saison.
Viel Ballbesitz, wenig Durchschlagskraft
Das Kölner Offensivspiel wirkte über weite Strecken zu leicht ausrechenbar. Immer wieder suchten die Gäste Jungstar Said El Mala, in der Hoffnung, dass er für kreative Momente sorgt. Doch Würzburg verteidigte aufmerksam, besonders Liam Omore setzte El Mala konsequent unter Druck und erhielt dabei häufig Unterstützung von Leo Eberle. Trotz klarer Vorteile beim Ballbesitz gelang es Köln zunächst kaum, den Klassenunterschied sichtbar zu machen.
El Mala trägt die Nummer 10
El Mala hatte den Transfersommer in Köln stark geprägt. Immer wieder war über hohe Ablösesummen spekuliert worden, angeblich standen sogar Angebote von mehr als 50 Millionen Euro im Raum. Ein Wechsel kam jedoch nicht zustande, zuletzt verabschiedete sich auch Borussia Dortmund aus dem Werben um den Offensivspieler. Stattdessen verlängerte El Mala seinen Vertrag vorzeitig bis 2031. Zudem erhielt der deutsche Junioren-Nationalspieler die prestigeträchtige Rückennummer 10 – als erster Kölner seit Lukas Podolski.

Proteste und Zittern bis zum Schluss
Der Würzburger Führungstreffer kam etwas überraschend, passte aber zu einem engagierten Auftritt der Unterfranken, die mit großer Leidenschaft dagegenhielten. Kurz darauf flogen Tennisbälle aus dem Kölner Fanblock auf das Spielfeld – ein Protest gegen Montagsspiele im Profifußball. In der Schlussphase hatte Köln bei Johannessons zweitem Tor zudem etwas Glück, weil der Ball mithilfe des Pfostens ins Netz ging. Fast wäre die Partie noch einmal gekippt, doch Würzburg traf kurz vor dem Abpfiff nur das Aluminium.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber