Nachdem ein Tornado die südfranzösische Gemeinde Pomas am Rand der Pyrenäen getroffen hat, herrscht dort Fassungslosigkeit. Gegenüber dem Sender BFMTV schilderte ein Bewohner die Verwüstung mit drastischen Worten: Der Ort sehe aus, als sei er bombardiert worden. Nach ersten Angaben wurden rund 300 Häuser beschädigt. Insgesamt erlitten 39 Menschen Verletzungen, 17 von ihnen mussten ins Krankenhaus, zwei wurden schwer verletzt.
"Es war pures Chaos"
Die Präfektur des Départements Aude sprach von einem außergewöhnlichen und für die Bevölkerung äußerst belastenden Ereignis. Der Tornado war am späten Montagnachmittag über die Gemeinde hinweggezogen. Eine Anwohnerin berichtete BFMTV, alles sei innerhalb kürzester Zeit passiert, sodass niemand noch habe reagieren können. Sie habe herumfliegende Gegenstände gesehen und sich sofort in Sicherheit gebracht. Der schlimmste Teil des Unwetters habe nur wenige Minuten gedauert. Als sie danach wieder nach draußen ging, habe sie nur noch Chaos vorgefunden.
Andere Bewohner beschrieben massive Zerstörungen. Ein Mann sagte France Info, vielerorts seien Dächer abgedeckt und Ziegel verschwunden. Häuser mit Obergeschoss hätten dieses teilweise verloren. Ein weiterer Betroffener erklärte gegenüber Le Parisien, dass nicht nur materielle Schäden zählten. Laut der Zeitung brach ein anderer Einwohner weinend zusammen und klagte, er habe jahrzehntelang gearbeitet und nun kein Dach mehr über dem Kopf.
Einsatzkräfte kontrollieren Gebäude
Wie groß das Ausmaß der Schäden insgesamt ist, lässt sich bislang noch nicht genau beziffern. Rettungs- und Einsatzkräfte sind weiterhin in Pomas unterwegs, um die Häuser zu überprüfen. Dabei werden auch Gebäude untersucht, die äußerlich zunächst unversehrt wirken. Bis Klarheit über mögliche Gefahren besteht, wurden die Bewohner aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen.

Zudem waren nach dem Unwetter in der Region noch rund 1.400 Haushalte ohne Strom. Auch der Verkehr war betroffen: Im Flugverkehr, auf Straßen und bei der Bahn kam es infolge des Sturms zu Einschränkungen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber