Fußball

Final-Frust? Warum der VfB trotzdem jubelt

Titel futsch, Fans im Ausnahmezustand: Warum der VfB Stuttgart trotz bitterem Finale auf eine Saison zum Feiern blickt

24.05.2026, 05:29 Uhr

Trotz der Niederlage im DFB-Pokalfinale bewertet der VfB Stuttgart die abgelaufene Saison klar positiv. Nationalspieler Angelo Stiller sprach nach dem 0:3 gegen den FC Bayern von großem Stolz auf das Erreichte. Auch Sportvorstand Fabian Wohlgemuth zog nach dem erneuten Einzug in die Champions League und dem Finaleinzug ein gutes Fazit und vergab sinngemäß die Note 2.

Wohlgemuth betonte, dass dieses Ergebnis auch mit Blick auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Clubs hoch einzuschätzen sei. Der VfB habe mehr erreicht, als angesichts der Rahmenbedingungen zu erwarten gewesen sei, sagte der 47-Jährige nach dem Endspiel in Berlin.

Noch besser fiel die Bewertung von Deniz Undav aus. Der Nationalstürmer sah die Saison eher bei einer 1 minus. Lediglich in der Europa League, wo Stuttgart im Achtelfinale am FC Porto scheiterte, wäre aus seiner Sicht mehr möglich gewesen. Insgesamt habe die Mannschaft die Erwartungen jedoch übertroffen. Den Abend ließ das Team anschließend gemeinsam in einer Berliner Location ausklingen.

Kane entscheidet das Finale

Im Finale trat der VfB mutig auf und hielt vor allem in der ersten Halbzeit gut dagegen. Als selbstbewusster Außenseiter gingen die Stuttgarter die Partie an und boten dem Rekordmeister lange Paroli. Nach der Pause sorgte dann aber Harry Kane mit drei Treffern für die Entscheidung.

Wohlgemuth sah sein Team bis zur Pause auf Augenhöhe. Defensiv habe Stuttgart stabil gestanden und phasenweise auch die Kontrolle gehabt. In der zweiten Hälfte habe dann jedoch die Klasse von Kane den Ausschlag gegeben. Der Plan sei gewesen, den Bayern einen ungewöhnlichen Abend zu bereiten – am Ende habe sich aber doch die übliche Kräfteverteilung durchgesetzt.

FC Bayern München - VfB Stuttgart
Der VfB Stuttgart hat die Titelverteidigung im DFB-Pokal verpasst. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa

Starke Entwicklung unter Hoeneß

Trainer Sebastian Hoeneß meinte, seine Mannschaft könne das Olympiastadion trotz der Niederlage mit erhobenem Kopf verlassen. Bayern habe erneut seine enorme Qualität gezeigt. Zugleich verwies der Coach auf die bemerkenswerte Entwicklung des VfB in den vergangenen Jahren: Aus einem Team, das noch gegen den Abstieg kämpfte, wurde erst ein Pokalsieger und nun erneut ein Teilnehmer an der Champions League.

Hoeneß lobte vor allem die erste Stunde seiner Mannschaft. Über weite Strecken habe Stuttgart ein sehr gutes Spiel gemacht und sei nah dran gewesen. Kritik übte er lediglich an einigen Umschaltsituationen, die nicht sauber zu Ende gespielt worden seien. Unabhängig davon sei er stolz auf seine Spieler, die ebenfalls stolz auf sich sein dürften.

Fans feiern ihre Mannschaft trotz Niederlage

Auch die VfB-Anhänger setzten nach dem Schlusspfiff ein starkes Zeichen. Obwohl die Titelverteidigung misslang, feierten sie ihre Mannschaft minutenlang lautstark. Angelo Stiller zeigte sich davon beeindruckt und meinte, die Stuttgarter Fans seien akustisch sogar präsenter gewesen als die des Gegners.

Für ihn sei diese Unterstützung ein Sinnbild für die gesamte Saison. Die enge Verbindung zwischen Team, Stadt und Fans habe den Weg des VfB in diesem Jahr besonders gemacht.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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