Gregoritsch knackt FCA-Rekord – und plant eine Feier mit Käsekrainern
Michael Gregoritsch konnte seine Freude nach dem 2:2 (0:1) des FC Augsburg gegen Bayer Leverkusen kaum verbergen. Mit seinem Doppelpack schrieb der Stürmer Vereinsgeschichte: Seine Treffer Nummer 37 und 38 für den FCA machen ihn zum alleinigen Bundesliga-Rekordtorschützen der Augsburger. Entsprechend bewegt erklärte der Österreicher, dieser Moment bedeute ihm enorm viel und werde für immer in Erinnerung bleiben.
Von diesem Meilenstein sollen nun auch Mannschaft, Trainerteam und die Angestellten der Geschäftsstelle etwas haben. Gregoritsch kündigte eine kleine Feier an – inklusive Spezialitäten aus seiner österreichischen Heimat.
Wie der Angreifer verriet, soll es schon bald Käsekrainer in Augsburg geben. Einer seiner engsten Freunde sei Koch der österreichischen Nationalmannschaft, und weil er selbst österreichisches Essen besonders schätze, wolle er nun „gute Käsekrainer“ organisieren. Die mit Käse gefüllten Brühwürste, in Österreich auch als „Eitrige“ bekannt, könnten bereits in den kommenden Tagen geliefert werden. Gregoritsch zufolge ist die Aktion schon länger vorbereitet, jetzt fehle nur noch der entscheidende Anruf.
Ein besonderer Tag mit einem „Gurkerl“
Mit seinen beiden Treffern zog Gregoritsch an Alfred Finnbogason vorbei, der bislang mit 37 Toren Augsburgs bester Bundesliga-Torschütze gewesen war. Schon das Einstellen des Rekords habe ihn glücklich gemacht, sagte der Nationalspieler – das Übertreffen nun noch ein wenig mehr.

Sein erster Treffer fiel in der 50. Minute, als er nach einem starken Steilpass den Ball durch die Beine von Leverkusens Torwart Mark Flekken ins Netz spitzelte. Grinsend sprach Gregoritsch hinterher von einem „Gurkerl“. Nur fünf Minuten später legte er nach und köpfte nach einer Ecke völlig frei zum zweiten Mal ein.
Später Ausgleich trübt die Stimmung nur kurz
Dass Augsburg nach zuvor zwei Siegen nun erstmals wieder Punkte abgab und damit auch die überraschende Tabellenführung verlor, war für die Gastgeber letztlich zu verschmerzen. Zwar war nach dem späten 2:2 durch Patrik Schick in der 89. Minute Enttäuschung zu erkennen. Bei Gregoritsch überwog jedoch klar die Freude über seinen persönlichen Rekord.
Er betonte, wie emotional dieser Abend für ihn gewesen sei. Auch im Interview erklärte er, dass er sich so etwas nie ausgemalt habe. Er hätte nicht gedacht, bei einem Bundesligisten einmal so weit oben in der Torjägerliste zu stehen.
Gregoritsch war 2017 erstmals nach Augsburg gewechselt, blieb mit kurzer Unterbrechung bis 2022 und kehrte im vergangenen Winter zurück.
Auch in der österreichischen Rangliste nach vorn gerückt
Insgesamt steht der Angreifer, der in der Bundesliga außerdem für den Hamburger SV, Schalke 04 und den SC Freiburg spielte, nun bei 68 Toren. Damit zog er in der ewigen österreichischen Bundesliga-Torjägerliste an Wilhelm Huberts vorbei und liegt jetzt auf Platz zwei. Vor ihm steht nur noch Toni Polster mit 90 Treffern.
Baum sieht Gregoritsch auch neben dem Platz als Schlüsselfigur
Trainer Manuel Baum hob nach dem Spiel hervor, wie wichtig Gregoritsch für die Mannschaft sei. Mit seiner langjährigen Erfahrung aus dem Profifußball und der Nationalelf – zuletzt etwa bei der WM in Nordamerika – sei er nicht nur auf dem Platz wertvoll, sondern auch in der Kabine. Der Coach sprach von zwei zentralen Rollen, die Gregoritsch im Team einnehme: als Leistungsträger auf dem Feld und als wichtige Bezugsperson abseits davon. Vor allem die jüngeren Spieler profitierten von ihm.
Trotz des starken Saisonstarts und des bisherigen Höhenflugs ordnete Gregoritsch die Lage nüchtern ein. Augsburg sei keine Top-5-Mannschaft der Bundesliga, sagte er mit Blick auf Gegner wie Leverkusen. Deshalb gelte es, bescheiden zu bleiben und weiter hart zu arbeiten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber