BFV warnt vor übereilter Einigung bei Regionalliga-Reform
Im Streit um die künftige Struktur der Regionalliga spricht sich der Bayerische Fußball-Verband gegen einen schnellen Kompromiss aus. BFV-Präsident Christoph Kern betonte beim Verbandstag in Bad Gögging, dass es nicht um eine hastige Entscheidung gehe, sondern um die bestmögliche Lösung.
Aktuell existieren in Deutschland fünf Regionalligen, während es lediglich vier direkte Aufsteiger in die 3. Liga gibt. Künftig soll nach dem Willen vieler Beteiligter jeder Meister den Sprung in die nächsthöhere Spielklasse schaffen. DFB-Präsident Bernd Neuendorf machte in seiner Rede deutlich, dass der Reformbedarf unstrittig sei und Meister aufsteigen müssten.
Neuendorf fordert gemeinsames Vorgehen
Neuendorf appellierte an alle Beteiligten, konstruktiv und lösungsorientiert zusammenzuarbeiten. Die Diskussion sei nicht bloß ein theoretisches Gedankenspiel, sondern habe große praktische Bedeutung für den Fußball.
Kern lobte den DFB-Präsidenten dafür, dass er sich persönlich in dieses schwierige Thema einbringe. Zugleich stellte der BFV-Chef klar, dass Bayern sich nicht unter Druck setzen lasse, vorschnell eine Entscheidung zu treffen, die später bereut werden könnte. Der Bayerische Fußball-Verband ist mit rund 1,8 Millionen Mitgliedern und etwa 4.500 Vereinen der größte Landesverband innerhalb des DFB. Auch innerhalb Bayerns gebe es unterschiedliche Sichtweisen unter den Vereinen, sagte Kern.
Zwei Reformmodelle liegen auf dem Tisch
Eine Arbeitsgruppe zur Regionalliga-Reform hatte sich Ende März einstimmig für eine künftig viergleisige vierte Liga ausgesprochen. Dabei stehen zwei Varianten zur Debatte: das Kompass-Modell und das Regionen-Modell.

Beim Kompass-Modell würden die vier Staffeln in jeder Saison neu zusammengestellt. Maßgeblich wäre dabei vor allem die geografische Entfernung zwischen den Vereinen.
Das Regionen-Modell sieht dagegen vor, aus den bisherigen Regionalligen Nord, Nordost und Bayern zwei neue Staffeln zu bilden. Die Regionalligen West und Südwest würden in ihrer bisherigen Form bestehen bleiben.
Bayern bringt eigene Idee ein
Die bayerischen Vertreter haben zuletzt noch einen weiteren Vorschlag vorgelegt. Demnach würde zunächst weiter in fünf Ligen gespielt. Nach einer Vorrunde käme es dann zu einer Aufteilung: Die bestplatzierten Mannschaften würden in vier Gruppen die Meister und Aufsteiger ausspielen. Die Klubs aus der unteren Tabellenhälfte blieben in ihren bisherigen regionalen Wettbewerben und würden dort in Abstiegsrunden antreten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion