Fußball

Ballon d’or: Eberls Yamal-Hieb, Kanes verblüffende Ruhe

Ballon d'Or-Zoff? Kane jagt den Titel, bricht Rekorde – und kontert selbst nach der Yamal-Spitze erstaunlich cool.

19.09.2026, 09:40 Uhr

Kane bleibt im Ballon-d’Or-Rennen gelassen

Im intensiven Rennen um den Ballon d’Or will sich Harry Kane nicht auf einen öffentlichen Wortwechsel mit Barcelonas Jungstar und Weltmeister Lamine Yamal einlassen. Der Stürmer des FC Bayern reagierte ruhig auf dessen Aussagen und erklärte, jeder habe seine eigene Sichtweise und Art, sich zu äußern.

Yamal hatte gesagt, die Auszeichnung solle an den besten Spieler der Welt gehen und nicht an jemanden, der einfach 80 Tore erzielt habe – dafür gebe es schließlich den Preis für den besten Torschützen. Viele werteten das als Anspielung auf Kane, der in der vergangenen Saison 73 Pflichtspieltore erzielte.

Nach seinem nächsten Rekord beim 7:0 des FC Bayern gegen Union Berlin blieb Kane auch auf wiederholte Nachfragen entspannt. Man wisse nicht genau, wie Yamals Worte gemeint seien, sagte der Engländer. Zugleich lobte er den Spanier ausdrücklich als außergewöhnlichen Fußballer mit einer starken Saison.

Viele Namen im Gespräch

Kane betonte, dass es in diesem Jahr zahlreiche ernsthafte Kandidaten für den Ballon d’Or gebe. Neben Yamal nannte er unter anderem Kylian Mbappé, Michael Olise und Rodri. Gerade deshalb dürfte die Diskussion um die Wahl diesmal besonders intensiv ausfallen.

Für Kane selbst bleibt die Preisverleihung am 26. Oktober in London, seiner Heimatstadt, ein spannender Termin. Dennoch wolle er sich ungern selbst in den Mittelpunkt stellen. Lieber lasse er seine Leistungen auf dem Platz für sich sprechen, sagte er nach dem Spiel gegen Union.

Dabei schrieb der 33-Jährige erneut Geschichte: In seinem 98. Bundesligaspiel durchbrach er die Marke von 100 Toren – schneller als jeder Profi zuvor.

Stolz auf das vergangene Jahr

Kane erklärte, die Entscheidung über den Ballon d’Or liege nicht in seiner Hand. Auf das, was er in der vergangenen Saison erreicht habe, sei er jedoch sehr stolz – und zwar nicht nur wegen seiner Treffer. Auf die Frage, wen er selbst wählen würde, reagierte er lachend und meinte, das sei unmöglich zu beantworten. Seine Meinung wolle er lieber für sich behalten.

Einen kleinen Seitenhieb in Richtung Yamal konnte sich Bayerns Sportvorstand Max Eberl dagegen nicht verkneifen. Wahlkampf gehöre offenbar dazu, sagte er, und ergänzte, die besten Spieler seien eigentlich jene, die so etwas gar nicht nötig hätten.

Eberl sieht jedoch nicht nur Kane mit großen Chancen auf die prestigeträchtige Auszeichnung. Auch Michael Olise spiele sich mit seiner Art Fußball zu spielen immer stärker in diesen Kreis. Der Franzose glänzte gegen Union Berlin mit drei Toren und bestätigte damit einmal mehr seine starke Form. Für Eberl zählt Olise inzwischen klar zu den besten Fußballern der Welt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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