Greuther Fürth vor dem Absturz: Niederlage in Berlin verschärft die Lage
Die SpVgg Greuther Fürth steht kurz vor dem Gang in die 3. Liga und benötigt am letzten Spieltag beinahe ein Fußball-Wunder, um den direkten Abstieg noch zu verhindern. Am vorletzten Spieltag der 2. Bundesliga verloren die Franken bei Hertha BSC mit 1:2 (0:0) – obwohl sie nach einer Roten Karte für die Berliner rund eine Stunde in Überzahl spielten.
Nach dem Abpfiff bekamen die Fürther beim Gang zu den mitgereisten Fans den Frust deutlich zu spüren. Buhrufe und Beschimpfungen begleiteten eine Mannschaft, die insgesamt ausgelaugt wirkte. Von 27 Abschlüssen fand lediglich ein Kopfball von Noel Futkeu in der 88. Minute den Weg ins Tor.
Futkeu: Chancen nicht konsequent genutzt
Für Stürmer Futkeu lag der Grund für die Niederlage auf der Hand: Die großen Möglichkeiten seien nicht sauber zu Ende gespielt worden, die nötige Genauigkeit habe gefehlt. Zugleich zeigte er Verständnis für die Reaktion der Anhänger, schließlich sei die Enttäuschung bei Fans und Mannschaft gleichermaßen groß.
Vor dem Saisonfinale steht Fürth mit 34 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Am kommenden Sonntag kommt es im heimischen Ronhof zum direkten Duell mit Fortuna Düsseldorf, die bei 37 Punkten steht. Hinzu kommt, dass Fürth auch bei der Tordifferenz schlechter dasteht. Arminia Bielefeld auf Rang 16 hat 36 Zähler, Eintracht Braunschweig mit 37 Punkten ist ebenfalls noch nicht gerettet.
Futkeu machte die Ausgangslage klar: Ein Sieg ist Pflicht. Auch Hertha-Trainer Stefan Leitl, einst Aufstiegscoach der Fürther, hofft noch auf ein gutes Ende für seinen früheren Club.

Trotz Überzahl kassiert Fürth zwei Gegentreffer
In Berlin sprach zunächst vieles für die Gäste. Nach einem Platzverweis gegen Herthas Josip Brekalo agierte Fürth lange in Überzahl. Dennoch gingen die Berliner durch den erst 16 Jahre alten Kennet Eichhorn in Führung, der damit zum jüngsten Torschützen der Zweitliga-Geschichte wurde. Michael Cuisance erhöhte später auf 2:0, bevor Futkeu nur noch verkürzen konnte.
Fürths Trainer Heiko Vogel sprach von einer äußerst bitteren Niederlage und monierte Fehler sowohl vor dem gegnerischen als auch vor dem eigenen Tor. Seine Mannschaft ließ zahlreiche Chancen liegen. Kurz nach dem Platzverweis hatte Felix Klaus zudem Pech, als ein Freistoß an die Latte klatschte.
Kapitän Branimir Hrgota betonte, wie schmerzhaft die Niederlage sei. Vor allem, weil der Treffer zum 1:2 zu spät gefallen sei. Für den Schweden, der den Verein nach sieben Jahren zum Saisonende verlassen wird, geht es nun in seinem letzten Spiel für Fürth um alles.
Letzte Hoffnung am finalen Spieltag
Seit 1997 spielt Greuther Fürth ohne Unterbrechung mindestens zweitklassig. Diese Serie ist nun ernsthaft bedroht. Hrgota sagte, in Berlin sei nahezu alles gegen sein Team gelaufen. Dennoch wolle er bis zum Schluss an den Klassenverbleib glauben.
Am letzten Spieltag braucht Fürth nun nicht nur einen eigenen Erfolg, sondern auch Schützenhilfe, um den Absturz noch abzuwenden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion