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Formel 1 vor Afrika-Comeback: Warum Ruanda lockt

Formel 1 plant Afrika-Comeback in Ruanda – doch hinter dem Deal für den Grand Prix regt sich heftige Kritik.

13.10.2026, 11:44 Uhr

Formel 1 plant Rückkehr nach Afrika mit Rennen in Ruanda

Die Formel 1 wird in den 2030er-Jahren wieder auf dem afrikanischen Kontinent fahren. Wie die Rennserie bekanntgab, wurde mit Ruanda ein Vertrag über zehn Jahre geschlossen. Unter dem Slogan „Visit Rwanda“ soll dort künftig ein Großer Preis von Afrika stattfinden. Zuletzt war die Formel 1 1993 in Afrika zu Gast, als Alain Prost im südafrikanischen Kyalami triumphierte.

Formel-1-Chef Stefano Domenicali erklärte, mit der Aufnahme Ruandas in den Kalender werde die Weltmeisterschaft erstmals auf allen bewohnten Kontinenten ausgetragen. Damit rücke die Serie näher an Fans in aller Welt heran. Domenicali betonte zudem, Afrika habe schon lange einen festen Platz in den Zukunftsplänen der Formel 1 gehabt. Die Rückkehr solle gemeinsam mit dem passenden Partner, mit langfristiger Perspektive und mit nachhaltigem Anspruch erfolgen.

Rennen im Distrikt Bugesera geplant

Für Ruandas Präsidenten Paul Kagame ist das Projekt ein bedeutender Schritt, um das Land international noch sichtbarer zu machen. Er sprach von einem historischen Moment für Afrika, das seit mehr als 30 Jahren nicht mehr Teil der wichtigsten Motorsportserie der Welt gewesen sei.

Austragungsort des Grand Prix soll der Distrikt Bugesera südlich der Hauptstadt Kigali werden. Dort entsteht auch der neue internationale Flughafen des Landes. Mehrheitseigner des Flughafens ist Qatar Airways mit 60 Prozent. Die Fluggesellschaft zählt zugleich zu den wichtigsten Sponsoren der Formel 1. Die neue Strecke soll zu Beginn der 2030er-Jahre fertiggestellt werden und sich laut den Planungen harmonisch in die Landschaft einfügen.

Der Große Preis von Katar
Aus Katar fließt viel Geld nach Ruanda. (Archivbild) Quelle: David Davies/PA Wire/dpa

Kagame verbindet mit dem Vorhaben große wirtschaftliche Erwartungen. Die Rennstrecke und der neue Flughafen könnten über Jahrzehnte hinweg Arbeitsplätze schaffen, Qualifikationen fördern, den Tourismus stärken und neue Geschäftsmodelle in die Region bringen.

Hamilton begrüßt Afrika-Comeback

Auch Lewis Hamilton hatte sich zuletzt deutlich für ein Formel-1-Rennen in Afrika ausgesprochen. Der Ferrari-Pilot bezeichnete Ruanda als eines seiner Lieblingsländer und sagte, die Zeit für einen Grand Prix auf dem Kontinent sei „zu 100 Prozent“ gekommen. Ob Hamilton die geplante Premiere noch selbst als Fahrer erleben wird, ist angesichts seines Alters allerdings offen.

Menschenrechtslage sorgt für Kritik

Ruanda ist international auch wegen seiner Geschichte bekannt: Beim Völkermord von 1994 wurden innerhalb von 100 Tagen etwa 800.000 Tutsi und gemäßigte Hutu von extremistischen Hutu ermordet.

Menschenrechtsorganisationen bewerten die Lage im Land bis heute kritisch. Sie berichten von willkürlichen Festnahmen, Verfolgung politischer Gegner und Misshandlungen. Die Formel 1 war jedoch schon in der Vergangenheit auch in Staaten mit autoritären Strukturen präsent. Eine wichtige Rolle spielten dabei immer wieder hohe Antrittsgebühren, die Gastgeberländer zu zahlen bereit waren.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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