Bayern-Trainer Vincent Kompany reagierte mit einem Lächeln auf die Frage, ob er sich ein Modell mit zwei gleichberechtigten Chefcoaches wie bei Viking Stavanger vorstellen könne. Der 40-Jährige verwies dabei auf eigene Erfahrungen aus seiner Zeit beim RSC Anderlecht.
Dort habe er eine ähnliche Konstellation bereits erlebt, sagte Kompany vor dem Champions-League-Spiel in Norwegen. Man habe sich ein Büro geteilt, gemeinsam Videos analysiert und Ideen ausgetauscht. Zugleich stand er damals noch selbst als Spieler auf dem Platz. Von 2019 bis 2022 war der Belgier in Anderlecht zunächst Spielertrainer und später Cheftrainer.
Viel Vertrauen und enge Zusammenarbeit
Kompany erklärte, dass sich eine solche Aufteilung von Verantwortung im Grunde nicht stark von einer gut funktionierenden Zusammenarbeit innerhalb eines Trainerstabs unterscheide. Wenn die Abstimmung passe, würden Entscheidungen gemeinsam getroffen und Aufgaben sinnvoll verteilt. Verbringe man viel Zeit miteinander, entstünden manche Entscheidungen fast automatisch und seien nicht bloß aus dem Bauch heraus gefällt.
Zugleich betonte er, dass dafür viel Arbeit in die zwischenmenschlichen Beziehungen investiert werden müsse. Grundsätzlich sei ein solches Modell aber durchaus umsetzbar.
Viking setzt seit Jahren auf Doppelspitze
Beim norwegischen Gegner funktioniert dieses Konzept bereits seit mehr als fünf Jahren. Bjarte Lunde Aarsheim und Morten Jensen stehen dort als gleichberechtigte Cheftrainer in der Verantwortung. Zuvor arbeiteten beide als Assistenten von Bjarne Berntsen, ehe sie im Januar 2021 gemeinsam befördert wurden. Beide besitzen langfristige Verträge.

Kein Modell für den FC Bayern
Bayerns Sportvorstand Max Eberl sieht den Erfolg des norwegischen Konzepts durchaus. Er verwies darauf, dass sich Viking für die Champions League qualifiziert habe und in der Liga aktuell punkt- und torgleich mit Bodø/Glimt an der Spitze stehe. Das spreche klar dafür, dass die Konstruktion funktioniere.
Ob ein solches Modell auch beim FC Bayern denkbar wäre, beantwortete Eberl allerdings mit einem Lächeln und einem klaren „eher nein“.
Viking hofft auf großen Fußball-Abend
Die Münchner waren mit einem überzeugenden 5:0 gegen Bodø/Glimt in die neue Champions-League-Saison gestartet. Viking musste sich dem VfB Stuttgart dagegen mit 1:3 geschlagen geben.
Im eigenen Stadion gilt der norwegische Meister jedoch als besonders stark und blickt mit Vorfreude auf das Duell. Trainer Aarsheim erinnerte daran, dass Viking in der Vergangenheit bereits große Spiele gegen Barcelona und Chelsea erlebt habe. Dennoch sei die bevorstehende Partie noch bedeutender. Man wolle diese Herausforderung in vollen Zügen genießen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber