Das Landgericht Schwerin hat einen 72-jährigen Mann aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Der Angeklagte legte im Prozess ein Geständnis ab. Nach Angaben des Vorsitzenden Richters Armin Lessel wurde er in 13 Fällen für schuldig befunden.
Nach den Worten des Richters war es in seiner langjährigen Tätigkeit am Landgericht Schwerin der erste Fall, in dem die Taten im Zusammenhang mit sogenanntem Sextourismus im Ausland standen. Bei der Strafzumessung berücksichtigte das Gericht, dass der Mann bislang nicht vorbestraft ist, schwer erkrankt und bereits in hohem Alter.
Mehrere Reisen nach Asien
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Verurteilte zwischen 2008 und 2012 bei mehreren Aufenthalten in Asien Mädchen im Alter von sieben bis zwölf Jahren missbrauchte. Nach den Feststellungen soll er dort über unbekannte Hintermänner Zugang zu dem Umfeld erhalten haben. Außerdem hielt er die Taten laut Gericht in Fotos und Videos fest.
Darüber hinaus soll der Mann in den Jahren 2022 bis 2025 kinderpornografische und jugendpornografische Dateien aus dem Internet heruntergeladen oder entsprechende Downloads versucht haben.
Die Ermittler waren 2025 auf den heute 72-Jährigen aufmerksam geworden. Auslöser war demnach ein Hinweis einer US-Organisation im Zusammenhang mit einer im Internet genutzten IP-Adresse. Bei einer Durchsuchung stellte die Polizei Laptops und externe Festplatten mit Tausenden Dateien sicher.
Verständigung zu Beginn des Verfahrens
Zu Beginn des Prozesses in der vergangenen Woche hatte sich der Angeklagte zunächst nicht geäußert. Nach einem Gespräch zwischen Gericht, Verteidigung und Staatsanwaltschaft hinter verschlossenen Türen verständigten sich die Beteiligten für den Fall eines Geständnisses auf einen Strafrahmen von fünf bis sieben Jahren. Anschließend räumte der Mann in einer vor Gericht verlesenen Erklärung die Taten ein.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber