Deutschland besiegt Österreich deutlich – WM-Viertelfinale rückt dennoch in weite Ferne
Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der Eishockey-WM in der Schweiz Österreich mit 6:2 (0:0, 2:1, 4:1) geschlagen. Mann des Abends in Zürich war NHL-Profi Lukas Reichel mit drei Treffern. Trotz des zweiten deutschen Turniersiegs sind die Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale aber weiter gesunken – für die DEB-Auswahl droht damit bereits die dritte Turnier-Enttäuschung in Serie.
Grund dafür ist der 4:2-Erfolg Lettlands gegen den strauchelnden Weltmeister USA. Deutschland braucht deshalb am Montag im letzten Gruppenspiel gegen Großbritannien (20.20 Uhr, ProSieben und MagentaSport) nicht nur einen Sieg, sondern auch Schützenhilfe. Reichel sagte nach der Partie: „Wir haben das Ergebnis vor dem Spiel gesehen. Wir haben das aber ausgeblendet. Was wir jetzt nur kontrollieren können, ist das nächste Spiel.“
Deutschland braucht Schützenhilfe
Schon vor dem ersten Bully gegen Österreich hatte sich die Ausgangslage für die DEB-Auswahl deutlich verschlechtert. Durch den lettischen Sieg muss Deutschland nun darauf hoffen, dass Lettland gegen einen Außenseiter wie Großbritannien oder Ungarn Punkte liegen lässt. Rein rechnerisch gibt es zwar noch weitere Möglichkeiten für das Weiterkommen, sie gelten jedoch als äußerst unwahrscheinlich.
Reichel verwies auch auf den holprigen Turnierstart: „Am Anfang des Turniers hatten wir einige Schwierigkeiten. Wir können jetzt nicht zurückdenken. Wir müssen nach vorne schauen. Es ist blöd, aber alles was zählt, ist ein Sieg im nächsten Spiel.“
Für den Vize-Weltmeister von 2023 deutet sich damit der nächste Rückschlag an. Bereits im vergangenen Jahr war Deutschland in Dänemark in der Vorrunde ausgeschieden. Dazu kam das enttäuschende 2:6 gegen die Slowakei im Olympia-Viertelfinale, obwohl die Mannschaft mit sämtlichen NHL-Stars um Leon Draisaitl angetreten war. Mit Blick auf die Heim-WM im kommenden Jahr in Düsseldorf und Mannheim ist die erhoffte Euphorie bislang ausgeblieben.
Zäher Beginn gegen selbstbewusste Österreicher
Auch auf dem Eis lief zunächst wenig nach Wunsch. Im ersten Drittel hatte Österreich die besseren Chancen und trat trotz des klaren 0:9 gegen die Schweiz drei Tage zuvor überraschend selbstbewusst auf. Der Weltranglistenelfte besitzt derzeit sogar die besseren Aussichten auf das Viertelfinale als die deutsche Mannschaft.
Kapitän Moritz Seider sprach bei ProSieben von einem sehr körperbetonten Spiel und forderte mehr Abschlüsse: „Wir müssen jetzt die Scheiben mehr auf das Tor bringen.“
Reichel startet die Wende
Zunächst traf allerdings Österreich: Leon Wallner brachte sein Team in der 23. Minute in Führung und ließ Torhüter Philipp Grubauer aus kurzer Distanz keine Chance.
Die Antwort der Deutschen folgte aber sofort. Nur eine Minute später glich Lukas Reichel von den Boston Bruins nach Vorarbeit von Joshua Samanski und Frederik Tiffels zum 1:1 aus.
Erste Reihe in Top-Form
Deutschlands erste Angriffsreihe blieb gefährlich und drehte das Spiel noch im zweiten Drittel. Samanski von den Edmonton Oilers verwertete in der 34. Minute ein Zuspiel von Tiffels und Reichel zum 2:1. Danach lobte er das Zusammenspiel in seiner Formation: „Mit so guten Spielern zusammenzuspielen, macht riesig Spaß. Wir müssen jetzt so weiterspielen.“
Kahun verletzt raus, Deutschland legt nach
Bitter für das DEB-Team: Dominik Kahun bekam im zweiten Drittel einen Schläger ins Gesicht und konnte anschließend nicht mehr weiterspielen.
Trotzdem blieb Deutschland offensiv effizient. Reichel erhöhte in der 46. Minute auf 3:1, kurz darauf traf Manuel Wiederer von den Eisbären Berlin zum 4:1. Nach dem zwischenzeitlichen 2:4 durch Österreichs Vinzenz Rohrer stellte Reichel mit seinem dritten Tor den alten Abstand wieder her. Den Schlusspunkt zum 6:2-Endstand setzte Alexander Ehl von Adler Mannheim in der 55. Minute.
Entscheidung fällt am Montag
Der klare Sieg gegen Österreich hält Deutschland zwar im Rennen, doch aus eigener Kraft ist das Viertelfinale kaum noch zu erreichen. Neben einem Pflichtsieg gegen Großbritannien braucht die Mannschaft nun vor allem eines: einen Ausrutscher Lettlands.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion