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Carapaz schockt alle auf Tour-Etappe 18

Alpen-Drama bei der Tour: In Orcières-Merlette schlägt ein Ausreißer zu – und die härtesten Klettertage kommen erst noch.

23.07.2026, 17:33 Uhr

Carapaz siegt in Orcières-Merlette

Richard Carapaz hat die 18. Etappe der Tour de France gewonnen. Der Ecuadorianer setzte sich bei der Bergankunft in Orcières-Merlette durch, nachdem er rund vier Kilometer vor dem Ziel aus einer Ausreißergruppe attackiert hatte. Für Carapaz war es am ersten von drei schweren Alpen-Abschnitten der zweite Etappensieg seiner Tour-Karriere.

Nach 185,2 Kilometern mit Start in Voiron brachte Carapaz seinen Vorsprung ins Ziel. Hinter ihm wurde der Schweizer Mauro Schmid Zweiter, Rang drei ging an den US-Amerikaner Matteo Jorgenson.

Pogacar spart Kräfte und kommt als 13. an

Im Gesamtklassement blieb Tadej Pogacar ungefährdet. Der Slowene und sein Team ließen es auf der 18. Etappe etwas ruhiger angehen, ließen die Fluchtgruppe ziehen und verzichteten vor den kommenden schweren Alpen-Etappen auf eigene Angriffe. Pogacar überquerte das Ziel in Orcières-Merlette als 13. und musste damit seinen 26. Tour-Etappensieg weiter vertagen.

An den Anstieg hat Pogacar ohnehin besondere Erinnerungen: 2020 war er in Orcières-Merlette Zweiter geworden – damals hinter seinem Landsmann Primoz Roglic, der bei der aktuellen Tour nicht dabei ist.

Pogacar behauptet klare Führung

In der Gesamtwertung bestimmt Pogacar weiterhin das Rennen. Wenn er gesund bleibt, winkt ihm am Sonntag in Paris der fünfte Tour-Gesamtsieg seiner Karriere. Sein Vorsprung auf den Belgier Remco Evenepoel beträgt weiter 4:32 Minuten. Dritter ist Pogacars mexikanischer Teamkollege Isaac del Toro, der 6:51 Minuten Rückstand hat.

Pogacar-Team mit gesundheitlichen Problemen

Trotz Pogacars guter Ausgangslage gibt es bei UAE Team Emirates weiter Sorgen. Mehrere Fahrer wirken angeschlagen, offenbar geht erneut ein Infekt durchs Peloton. Nach der Bergankunft wirkte Pogacar zwar gut gelaunt, und auch sein deutscher Helfer Nils Politt schlug noch keinen Alarm – doch die Lage im Team bleibt angespannt.

Brandon McNulty musste die Rundfahrt auf der 18. Etappe entkräftet aufgeben, nachdem er zuvor bereits den Anschluss verloren hatte. Über den Teamfunk hieß es zwischenzeitlich: „Er war 50 Kilometer alleine.“

Politt sprach von einem schweren Verlust. „Ich weiß selber nicht, was los war“, sagte der 32-Jährige der ARD. Über McNultys Ausfall sagte er: „Das ist ein herber Rückschlag für uns, fürs Team. Wir müssen jetzt noch die zwei Tage überleben. Gott sei Dank fühlen sich Isaac und Tadej gut.“ Nach seinen Worten fühlen sich auch er selbst und der Österreicher Felix Großschartner gut. Später ergänzte Politt: „Wir werden schauen, dass wir das nach Hause bringen.

Zudem berichtete er von Vorsichtsmaßnahmen innerhalb der Mannschaft. Im Teambus werde Maske getragen, außerdem essen die Fahrer getrennt. Bei Eurosport sagte Politt dazu: „Keine Rundfahrt ohne Virus.“

Bei Adam Yates, der am Vortag wegen Magenproblemen geschwächt wirkte, soll sich die Lage laut Politt inzwischen wieder deutlich gebessert haben.

Die Konkurrenz dürfte nun genau beobachten, wie sich die Krankheitssituation bei UAE Team Emirates entwickelt – auch wenn Pogacar im Kampf um Gelb bislang weiter klar alles im Griff hat.

Engelhardt erneut in der Spitzengruppe

Auch Felix Engelhardt zeigte sich im Trikot des deutschen Meisters lange offensiv und fuhr in einer Spitzengruppe. Zunächst konnte sich die Gruppe nicht entscheidend absetzen, später wuchs der Vorsprung jedoch immer weiter an und ein Ausreißer-Sieg zeichnete sich ab. Engelhardt musste im weiteren Verlauf allerdings abreißen lassen.

Für seine Vorstellung erhielt er Lob aus den eigenen Reihen. Der Tageszweite Mauro Schmid sagte in der ARD über seinen Kollegen: „Er hat heute wieder gezeigt, wie stark er ist. Und er hat uns wieder super den Rücken freigehalten.

Nächste Alpen-Prüfungen warten

Die Etappe mit ihren rund 3.900 Höhenmetern über 185 Kilometer war bereits ein harter Auftakt in die Alpen. Noch schwerer wird es am Samstag mit der Königsetappe nach Alpe d’Huez. Dann warten 5.650 Höhenmeter und drei Anstiege der höchsten Kategorie auf das Feld.

Schon am Freitag steht die erste von zwei Etappen mit Ziel in Alpe d’Huez an. Nach vier Jahren kehrt die Tour damit an den legendären Anstieg zurück. Die Strecke über 127,9 Kilometer von Gap zur bekannten Skistation gilt aber noch als deutlich einfacher als die schwere Alpen-Etappe am Samstag. Das Finale der Rundfahrt steigt am Sonntag in Paris.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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