Fußball

DFB-PK jetzt fix: Kommt Klopp früher als gedacht?

Klopp wird noch nicht genannt – doch beim DFB ist das Signal klar. Schon am Freitag soll der neue Bundestrainer enthüllt werden.

23.07.2026, 11:01 Uhr

Der Deutsche Fußball-Bund hat mit der Einladung zu einer Pressekonferenz die letzten Zweifel praktisch beseitigt: Jürgen Klopp wird am Freitag um 11.00 Uhr in Frankfurt als neuer Bundestrainer vorgestellt. In der offiziellen Mitteilung fehlte sein Name zwar, doch das hatte nur noch formale Gründe.

Bemerkenswert ist dabei eine kuriose Parallele nach Frankreich: Nur kurz vor der DFB-Einladung wurde auch dort eine Pressekonferenz für den neuen Nationaltrainer angekündigt – ebenfalls ohne Namensnennung. Während in Frankreich Zinédine Zidane als sicherer neuer Coach gilt, wird in Deutschland Klopp die Nationalmannschaft übernehmen.

DFB-Gremien geben vor der Vorstellung grünes Licht

Vor der Präsentation kommen am Freitag zunächst noch der Aufsichtsrat und die Gesellschafter der DFB GmbH & Co. KG digital zusammen. Sie sollen den Vertrag des 59-Jährigen, der nach Informationen aus dem Umfeld bis zur WM 2030 laufen soll, formell genehmigen.

Mit Widerstand wird nicht gerechnet. DFB-Präsident Bernd Neuendorf soll sich die notwendige Zustimmung in persönlichen Gesprächen bereits gesichert haben. Klopp wird damit der 13. Cheftrainer der deutschen Nationalmannschaft und Nachfolger von Julian Nagelsmann.

Offen bleibt, ob der Verband zugleich auch einen neuen Geschäftsführer präsentiert. Als Favorit für diesen Posten gilt weiterhin Ex-Weltmeister Per Mertesacker. Auf dem Podium in Frankfurt soll nach aktuellem Stand aber nur Klopp als Neuzugang sitzen.

Großer Name, große Erwartungen

Der DFB rechnet wegen Klopps internationaler Strahlkraft mit enormem Interesse. Für internationale Medien soll es bei der Pressekonferenz sogar eine englische Tonspur geben.

Wie groß der Name Klopp im Fußball noch immer ist, zeigte zuletzt auch die Aufmerksamkeit rund um seinen Auftritt als TV-Experte bei MagentaTV vor dem WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien. Dort hatte er bereits angekündigt, dass eine offizielle Verkündung nicht mehr fern sei.

Zuspruch bekommt die Entscheidung auch von prominenter Seite. Matthias Sammer sieht in Klopp die ideale Lösung für den DFB und verweist auf dessen klare Spielidee, Intensität, Autorität und Ausstrahlung.

Ausgangslage deutlich schwieriger als in Frankreich

Die zufällige Parallele zu Zidane endet allerdings schnell. Während Frankreich mit zahlreichen Weltklassespielern und hohen Titelambitionen in die Zukunft gehen kann, übernimmt Klopp eine deutsche Nationalmannschaft im Neuaufbau.

Nach dem enttäuschenden WM-Aus in der Zwischenrunde gegen Paraguay und dem anschließenden Rücktritt von Nagelsmann soll der frühere Liverpool-Coach die DFB-Elf wieder stabilisieren und neue Hoffnung geben. Die Verbandsführung um Neuendorf und Vizepräsident Hans-Joachim Watzke hatte sich deshalb früh auf Klopp als Wunschlösung festgelegt. Für ein Treffen mit ihm waren beide sogar nach New York gereist.

Red-Bull-Lösung ebnete den Weg

Zuletzt mussten offenbar nur noch Details geklärt werden. Dazu gehörte vor allem das Ende von Klopps Tätigkeit bei Red Bull, wo er als globaler Fußball-Chefstratege gebunden war. Erst damit wurde der Weg für den ersehnten Wechsel zum DFB frei.

Im Anschluss fand der Verband offenbar auch mit Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff eine Lösung. Laut "Bild" soll die Stiftung des Unternehmens als Ausgleich eine Spende in Millionenhöhe erhalten, konkret ist von einer Million Euro die Rede. Der DFB hat mögliche Vertragsinhalte bisher nicht kommentiert.

Premiere am 24. September in Amsterdam

Für Klopp bleiben nun rund neun Wochen, um sich auf seine ersten Länderspiele vorzubereiten. Sein Debüt ist für den 24. September um 20.45 Uhr in Amsterdam angesetzt, wo Deutschland in der Nations League auf die Niederlande trifft.

Binnen zehn Tagen folgen drei weitere Partien: am 27. September gegen Griechenland, am 1. Oktober gegen Serbien und am 4. Oktober erneut in Griechenland.

Wichtige Personalfragen bis Mitte September

Bis zur ersten Kadernominierung Mitte September muss Klopp zentrale Entscheidungen treffen. Vieles deutet darauf hin, dass Joshua Kimmich auch unter ihm Kapitän der Nationalmannschaft bleibt.

Besonders spannend ist die Torwartfrage nach dem Rücktritt von Manuel Neuer. Als Kandidaten gelten der 22 Jahre alte Jonas Urbig vom FC Bayern sowie die erfahrenen Oliver Baumann und Marc-André ter Stegen.

Nach den letzten Nations-League-Gruppenspielen des Jahres am 13. November in Serbien und drei Tage später in Berlin gegen die Niederlande steht bereits der nächste wichtige Termin an: Am 6. Dezember werden in Belfast die Qualifikationsgruppen für die EM 2028 ausgelost.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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