Der Auftakt der Finalserie um die deutsche Basketball-Meisterschaft hat bei Spielern und Trainern beider Teams für große Begeisterung gesorgt. Nach dem 102:94-Erfolg des FC Bayern gegen Alba Berlin sprach Münchens Trainer Svetislav Pesic von einem „echten Basketball-Fest“. Für den 76-Jährigen, der im Sommer seine Trainerkarriere beenden will, war es sogar eines der besten Bundesliga-Spiele, die er je gesehen und erlebt habe. Auch Bayern-Aufbauspieler Justus Hollatz war angetan und sagte grinsend: „Das war geil zum Zocken.“ 10.760 Zuschauer in München sorgten für eine entsprechend euphorische Kulisse.
Mit dem Sieg setzte der Titelverteidiger in der Best-of-five-Serie das erste Ausrufezeichen und führt nun mit 1:0. Damit fehlt den Münchnern noch zwei Siege zur erneuten Meisterschaft. Zudem winkt dem FC Bayern erstmals ein sogenannter Threepeat, also drei Titel in Serie. Das zweite Duell findet am Sonntag um 15.30 Uhr erneut in München statt, Spiel drei steigt am Mittwoch in Berlin. Deutscher Meister ist, wer zuerst drei Siege holt.
Obst glänzt trotz fehlender Fitness
Der herausragende Mann zum Serienauftakt war Andreas Obst. Der Welt- und Europameister kam auf 33 Punkte und drückte dem Spiel vor allem in der ersten Hälfte seinen Stempel auf. Hollatz berichtete, er habe in der Pause auf die Anzeigetafel geschaut und ungläubig festgestellt, dass Obst bereits 24 Zähler erzielt hatte. Nach den ersten beiden Vierteln hielt der Nationalspieler sein Team damit praktisch im Alleingang im Spiel.
Bemerkenswert: Obst war zuletzt wegen eines hartnäckigen Infekts längere Zeit ausgefallen und erst in dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Nach seiner starken Vorstellung erklärte der als wertvollster Spieler der Saison ausgezeichnete Bayern-Profi, dass er sich ehrlich gesagt noch nicht wirklich fit fühle. Auf dem Parkett war davon allerdings kaum etwas zu sehen.
Auch Alba findet lobende Worte
Trotz der Niederlage zeigte sich auch die Berliner Seite beeindruckt vom Niveau der Begegnung. Malte Delow sprach von einem hochklassigen Spiel und betonte, dass die Partie trotz des verpassten Erfolgs Spaß gemacht habe.
Noch deutlicher wurde Berlins Norris Agbakoko, der selbst auf starke 21 Punkte kam. Gegen Obst könne man bei manchen Würfen kaum etwas ausrichten, meinte der Center. Auch Alba-Coach Pedro Calles verteilte Lob an den Münchner Scharfschützen und sagte anerkennend, es gebe viele Arten, wie Obst treffen könne – an solchen Abenden sei dagegen nur schwer etwas zu tun.
Viele Schützen heiß – nun dürfte die Defensive nachziehen
Nicht nur Obst sorgte für Spektakel. Bei Alba traf Justin Bean fünf seiner sechs Dreipunktewürfe, auf Bayern-Seite setzte Justinian Jessup im Schlussviertel mit drei Distanztreffern weitere Akzente. Gerade diese Mischung aus Tempo, Qualität und spektakulären Würfen ließ die Partie zu einem offensiven Schlagabtausch werden.
Dass das zweite Finale ähnlich offen und punktereich verläuft, erwarten die Beteiligten allerdings nicht. Obst rechnet damit, dass beide Teams vor der nächsten Partie defensiv deutlich nachjustieren werden. Auch aus Münchner Sicht dürfte die Videoanalyse nun vor allem den Fokus auf die Verteidigung legen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion
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