Bayern bemängelt Spielplan vor dem Finale gegen Alba
Vor dem Auftakt der Finalserie gegen Alba Berlin hat der FC Bayern München die Terminplanung der Basketball-Bundesliga erneut kritisch bewertet. Aus Sicht der Münchner gehen die Berliner mit dem besseren Rhythmus in die Best-of-five-Serie, die am Freitag um 20.30 Uhr im SAP Garden beginnt.
Während Alba erst am Dienstag im fünften Halbfinalspiel gegen Bamberg das Endspielticket löste, hatte Bayern nach dem glatten 3:0 gegen Bonn sieben Tage Pause. Kapitän Vladimir Lucic sieht darin keinen klaren Vorteil. Eigentlich sollte ein frühes Serienende helfen, diesmal sei aber eher das Gegenteil eingetreten. Alba habe trotz der längeren Halbfinalserie genug Zeit zur Regeneration, zur Anreise und zur gezielten Vorbereitung gehabt.
Pesic vor besonderer Finalserie gegen früheren Club
Für Trainer Svetislav Pesic ist die Endspielserie auch emotional besonders. Der 76-Jährige trifft in der letzten Finalserie seiner langen Karriere ausgerechnet auf Alba Berlin – den Club, mit dem er in den 1990er Jahren große Erfolge feierte.
„Die Zeit bei Alba will und werde ich nie vergessen. Meine Erinnerungen an Alba und Berlin sind phänomenal“, sagte Pesic vor dem ersten Finale. Zwischen 1993 und 2000 gewann er mit den Berlinern vier deutsche Meisterschaften und 1995 den Korac-Cup. Inzwischen ist er zum zweiten Mal Bayern-Trainer und lebt seit rund zehn Jahren in München. „Hier haben wir unsere zweite Heimat gefunden“, sagte Pesic.
Dass der Trainer-Veteran nach dieser Saison seine Karriere beenden will, verleiht der Serie zusätzliche Brisanz. „Vielleicht ist es eine Extra-Motivation für ihn, die Karriere mit einem Titel zu beenden. Das wäre die Kirsche auf dem Kuchen für ihn“, sagte Lucic.
Alba mit Schwung, Bayern mit Pause
Sportlich treffen zwei Teams mit völlig unterschiedlicher Ausgangslage aufeinander. Alba bringt die Euphorie einer intensiven Halbfinalserie mit, Bayern dagegen die Frische nach einer ungewöhnlich langen Pause. Berlins Nationalspieler Malte Delow kündigte an, den Schwung mitnehmen zu wollen: Alba müsse den Flow behalten und mit viel Energie in die Serie starten.
Die Berliner haben bereits zehn Playoff-Partien absolviert, weil sowohl das Viertel- als auch das Halbfinale über die volle Distanz von fünf Spielen gingen. Bayern ist in der laufenden K.-o.-Runde dagegen noch ungeschlagen und setzte sich sowohl gegen Trier als auch gegen Bonn mit 3:0 durch.
Nationalspieler Oscar da Silva sieht in der unterschiedlichen Belastung einen möglichen Faktor, wollte ihn aber nicht überbewerten. Bayern habe etwas mehr Zeit zur Erholung gehabt, Alba sei dafür im Spielrhythmus. Entscheidend werde sein, den Berliner Lauf früh zu bremsen und selbst das Tempo vorzugeben.
Obst steht nach Infekt vor der Rückkehr
Die längere Pause könnte den Münchnern zumindest personell helfen. Nationalspieler Andreas Obst, der zuletzt wegen einer schweren Virusinfektion gefehlt hatte, ist wieder ins Training eingestiegen. Nach Angaben von Pesic ist der Distanzschütze bereit für die Duelle mit Alba.
Bayern fordert bessere Planung für die Zukunft
Mit Blick auf kommende Spielzeiten wünschen sich die Münchner eine überarbeitete Gestaltung der Playoffs. Lucic äußerte Unverständnis über den aktuellen Modus und kritisierte, dass die Terminplanung von Jahr zu Jahr unterschiedlich ausfalle. Aus seiner Sicht müsse die Liga diesen Bereich deutlich besser organisieren.
Rekordduell mit zwei Münchner Heimspielen zum Start
Bayern und Alba treffen bereits zum siebten Mal in einer Finalserie aufeinander – so oft wie kein anderes Duo zuvor. Zuletzt behielten die Münchner 2024 die Oberhand. Für Pesic ist es das Duell der beiden Mannschaften, die den deutschen Basketball in den vergangenen Jahren besonders geprägt haben.
Im Gegensatz zur Vorsaison, als sich Heim- und Auswärtsspiele in den Playoffs abwechselten, beginnt das Finale diesmal mit zwei Partien in München. Nach Spiel eins am Freitag folgt am Sonntag direkt das zweite Duell im SAP Garden.
Danach wechselt die Serie nach Berlin, wo am Mittwoch das dritte Spiel angesetzt ist. Eine mögliche vierte Partie würde ebenfalls in der Hauptstadt stattfinden. Sollte ein entscheidendes fünftes Spiel nötig werden, hätte Bayern erneut Heimrecht.
Pesic selbst wollte weder sein bevorstehendes Karriereende noch seine persönliche Verbindung zu beiden Clubs in den Mittelpunkt rücken. Für ihn zählt vor allem eines: dass sich die Bayern optimal auf das Finale vorbereiten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion