Werder schlägt Leipzig überraschend klar
Große Begeisterung an der Weser: Werder Bremen hat RB Leipzig mit einem verdienten 3:1 (1:0) bezwungen und damit ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Maßgeblich beteiligt waren die Rückkehrer Eren Dinkçi mit dem frühen 1:0 in der 4. Minute und Niclas Füllkrug, der in der 68. Minute erhöhte. Marco Grüll machte in der 80. Minute alles klar. Vor 39.713 Zuschauern präsentierte sich das Team von Trainer Daniel Thioune nach dem 1:4 in Freiburg klar verbessert.
Leipzig hingegen blieb nach dem überzeugenden 3:0 gegen Mönchengladbach vieles schuldig. Auch die Rückkehr von Christopher Nkunku in die Startelf brachte der Mannschaft von Martin Demichelis vor dem Champions-League-Auftakt am Donnerstag in Como keinen entscheidenden Impuls. Mehr als der späte Treffer von Ridle Baku in der Nachspielzeit zum 1:3 sprang nicht heraus.
Dinkçi nutzt die erste Chance konsequent
Schon vor dem Anpfiff machten die Bremer Fans mit einem riesigen Banner deutlich, was sie sehen wollten: Einsatz und einen Sieg. Nach dem holprigen Saisonbeginn sollten auch die kurzfristig geholten Neuzugänge Arthur von Bayer Leverkusen und Youri Regeer von Ajax Amsterdam helfen, die zuletzt aufgekommene Kritik zu dämpfen.
Der Plan ging zunächst voll auf. Nach einem präzisen Zuspiel von Chuki war Dinkçi früh frei durch und brachte Bremen eiskalt in Führung. Besonders bemerkenswert: Der Offensivspieler war erst vom SC Freiburg zurückgekehrt. Nachdem bei seiner Partnerin im April Blutkrebs diagnostiziert worden war, zog es beide zurück nach Bremen. In seinem ersten Spiel von Beginn an zeigte Dinkçi sofort seine Klasse.

Leipzig kommt auf, bleibt aber zu harmlos
Mit zunehmender Spieldauer fand Leipzig besser ins Spiel, ließ aber die nötige Konsequenz vermissen. Antonio Nusa vergab in aussichtsreicher Position (19.), zudem nahm Schiedsrichter Benjamin Brand nach Eingriff des Videoassistenten einen zunächst gegebenen Elfmeter zurück: Bremens Keeper Karl Hein spielte erst den Ball und traf erst danach Nkunku (25.).
Werder hatte in dieser Phase mehr Mühe, sich aus dem Druck zu befreien, obwohl Niclas Füllkrug deutlich aktiver wirkte als noch beim Saisonauftakt in Freiburg. Leipzig suchte immer wieder den Weg über die Flügel, spielte seine Angriffe im letzten Drittel aber oft zu umständlich aus. Auch Debütant Neil El Aynaoui, kurz vor Transferschluss von der AS Rom ausgeliehen, zeigte zwar gute Ansätze, ließ aber ebenfalls die letzte Entschlossenheit vermissen.
Regeer scheitert knapp, Füllkrug trifft per Kopf
Auch nach der Pause blieb Bremen die entschlossenere Mannschaft. Regeer hätte beinahe mit einem Distanzschuss für das 2:0 gesorgt, doch Leipzigs Torhüter Maarten Vandevoordt lenkte den Ball gerade noch an die Latte (48.). Der 23-Jährige deutete mehrfach an, dass er den verletzten Jens Stage vertreten kann.
Wenig später fiel dann doch der zweite Bremer Treffer: Nach einer Ecke stieg Füllkrug unbedrängt zum Kopfball hoch und traf zum 2:0 (68.). Für den Angreifer war es das erste Bundesliga-Tor im Werder-Trikot seit dem 8. April 2023.
Grüll entscheidet das Spiel
Leipzig hatte durch einen Lattentreffer von Nusa noch einmal die große Chance auf den Anschluss (72.). Auch der eingewechselte Last-Minute-Leihspieler Marc Guiu vom FC Chelsea konnte der Offensive keine neue Durchschlagskraft verleihen.
Stattdessen legte Bremen nach: Marco Grüll traf in der 80. Minute zum 3:0 und sorgte damit für die endgültige Entscheidung. Die Fans feierten ihr Team anschließend mit lautstarken "Oh, wie ist das schön"-Rufen. Das späte 1:3 durch Baku in der Nachspielzeit (90.+6) änderte am verdienten Bremer Erfolg nichts mehr.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber