Politik

Unglaublich: So viel zahlt Bayern für Staatsempfänge

Fast 4 Millionen für Empfänge: Jetzt kommt raus, welche Bayern-Events den Steuerzahler am meisten kosten.

08.11.2026, 04:00 Uhr

Teure Staatsempfänge in Bayern: Fast vier Millionen Euro für die zehn kostspieligsten Veranstaltungen seit 2024

Die zehn teuersten Staatsempfänge in Bayern haben seit dem Jahr 2024 zusammen nahezu vier Millionen Euro gekostet. Am meisten schlug der Empfang für die Helferinnen und Helfer der Hochwasserkatastrophe 2024 zu Buche: Dafür wurden 1.027.920,48 Euro ausgegeben. Das geht aus einer Antwort von Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) auf eine SPD-Anfrage im Landtag hervor.

Wagner-Festspiele unter den teuersten Empfängen

Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Staatsempfänge zur Eröffnung der Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth: 2026 kostete der Empfang mehr als 590.000 Euro, 2025 waren es über 490.000 Euro. Ebenfalls unter den zehn teuersten Veranstaltungen liegen die traditionellen Neujahrsempfänge des Ministerpräsidenten. Für 2025 fielen dabei mehr als 483.000 Euro an, 2026 rund 480.000 Euro und 2024 mehr als 446.000 Euro.

Staatsregierung verweist auf besondere Bedeutung

Herrmann begründete die Ausrichtung solcher Veranstaltungen damit, dass die Staatsregierung damit Anlässe von landesweiter Tragweite würdige und eingeladenen Persönlichkeiten besondere Anerkennung entgegenbringe. Zu diesen Empfängen werden regelmäßig Gäste aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Medien und Sport eingeladen.

Auch die Eröffnungen des Oktoberfestes in Berlin gehörten zu den teuersten Terminen: 2025 lagen die Kosten bei rund 417.000 Euro, 2026 bei etwa 390.000 Euro. Komplettiert wird die Liste durch den Empfang zu den Richard-Wagner-Festspielen 2024 mit mehr als 371.000 Euro sowie den Bayerischen Sportpreis 2024 mit mehr als 327.000 Euro.

Neujahrsempfang von Ministerpräsident Söder
Der Neujahrsempfang des Ministerpräsidenten in der Münchner Residenz ist das erste gesellschaftliche Highlight in jedem Jahr. Dafür reisen die Gäste auch aus weiter Ferne an. (Archivbild) Quelle: Felix Hörhager/dpa

Scharfe Kritik von der SPD

Der SPD-Abgeordnete Florian von Brunn übte deutliche Kritik. Seiner Darstellung nach gehen acht der zehn teuersten Empfänge seit 2024 auf Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und die Staatskanzlei zurück. Söder spare zwar, so von Brunn, aber nicht bei seinen eigenen repräsentativen Veranstaltungen. Allein seine drei großen Empfänge kämen zusammen auf höhere Kosten als im Vorjahr, Bayreuth allein auf fast 600.000 Euro.

Von Brunn verwies zudem darauf, dass im selben Jahr das Landespflegegeld für rund eine halbe Million pflegebedürftiger Menschen in Bayern halbiert worden sei. Das sei für viele Betroffene schwer nachvollziehbar. Gegen Empfänge für Fluthelfer oder Sportler gebe es keinen Einwand, erklärte er. Er forderte jedoch eine Begründung dafür, warum gerade für den Auftritt bei den Festspielen in Bayreuth besonders viel Geld ausgegeben werde.

Sparplan der Staatsregierung steht auf dem Prüfstand

Söder hatte in seiner Regierungserklärung im November 2025 wegen der angespannten Haushaltslage angekündigt, bei den Sachausgaben der Ministerien und der Staatskanzlei fünf Prozent einzusparen. Genannt wurden dabei insbesondere Ausgaben für Anzeigen, Empfänge und Öffentlichkeitsarbeit.

Ob dieses Ziel in der Praxis erreicht wird, bleibt abzuwarten. Von Januar bis Ende August summierten sich die Kosten für 74 repräsentative Veranstaltungen der Staatskanzlei und der Staatsministerien bereits auf mehr als 3,8 Millionen Euro. Bis zum Jahresende sind zudem noch 34 weitere Termine vorgesehen.

Zum Vergleich: 2023 lagen die Gesamtausgaben für solche Veranstaltungen bei rund fünf Millionen Euro, 2024 bei etwa 5,5 Millionen Euro und 2025 sogar bei 6,8 Millionen Euro.

Herrmann erklärte, die angekündigte Einsparung von fünf Prozent sei direkt bei der Aufstellung des Doppelhaushalts 2026/2027 umgesetzt worden – durch entsprechende Kürzungen bei den Ansätzen für sächliche Verwaltungsausgaben, auch in der Staatskanzlei selbst.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen