Markus Lüpertz teilt gegen Regietheater aus – und preist die eigene Kunst
Der Maler Markus Lüpertz hält wenig vom heutigen Regietheater an Opernhäusern – von seinen eigenen Fähigkeiten dagegen umso mehr. In München ist nun eine Ausstellung mit Skizzen, Malereien und Skulpturen eröffnet worden, die seine diesjährige „Rheingold“-Inszenierung am Staatstheater Meiningen begleitet.
Lüpertz sieht sich in mehreren Disziplinen „weit vorne“
Bei der Eröffnung in der Galerie Art Affair in der bayerischen Landeshauptstadt, zu der auch Schauspielerin Veronica Ferres kam, sagte der 85-Jährige, wer andere kritisiere und dabei so ein „Klugscheißer“ sei wie er selbst, müsse auch etwas liefern.
An seiner eigenen Arbeit zweifelt Lüpertz nach eigenen Worten nicht. Über Unsicherheit denke er nicht nach, sagte er. Er sei „in sich ruhend“. Beim Bühnenbild sehe er sich „weit vorne“, ebenso mit Blick auf das, was er an Regiearbeit kenne. In der Malerei ohnehin.
Seine Opernwelt nennt er „Lüpi-Land“
Lüpertz beschreibt seine Art der Operninszenierung als ein Bild, das er gemeinsam mit den Mitwirkenden male. So entstehe eine eigene künstlerische Welt, ein „Lüpi-Land“, das aus seiner Sicht mit dem heutigen Regietheater wenig zu tun habe.
Die Arbeit vieler Kollegen wolle er zwar nicht grundsätzlich verurteilen. Das stehe ihm, wie er sagte, gar nicht zu. Zugleich machte er deutlich, dass ihn manche Einfälle auf Opernbühnen irritieren. Wenn etwa plötzlich ein Auto auf die Bühne fahre, halte er das für „Blödsinn“ und „Quatsch“.
Auch moderne Umdeutungen klassischer Stoffe betrachtet er skeptisch. Als Beispiel nannte er einen „Don Giovanni“ als Besitzer einer Autowerkstatt. Das könne zwar amüsant sein und eine eigene Interpretation darstellen, sagte Lüpertz. Solche Ideen sollten aus seiner Sicht aber eher in neuen, eigenen Opern umgesetzt werden.
Weitere Opernregie bleibt möglich
Ganz ausschließen will Lüpertz eine weitere Arbeit als Opernregisseur nicht. Für 2028 gebe es bereits Pläne, nähere Details nannte er jedoch nicht. Am liebsten entwerfe er Bühnenbilder ohnehin für seine eigenen Inszenierungen.
Er begründete das damit, dass er irgendwann keine Lust mehr gehabt habe, für andere zu arbeiten, weil er meist glaube, es selbst besser zu können. Zugleich sprach er offen von seiner eigenen Hybris, von der er, wie er sagte, immer wieder heimgesucht werde.
Ausstellung noch bis Dezember zu sehen
Die Ausstellung in der Münchner Galerie zeigt Werke von Lüpertz, die für 3.000 bis 175.000 Euro angeboten werden. Zu sehen ist sie noch bis 5. Dezember.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber