Politik

UN-Kommissar warnt: Seht Flüchtlinge nicht nur als Last

UN-Warnung zum Weltflüchtlingstag: Warum Flucht nie zum Dauerzustand werden darf – und was Geflüchtete täglich leisten.

19.06.2026, 20:28 Uhr

Zum Weltflüchtlingstag an diesem Samstag hat der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Barham Salih, dazu aufgerufen, Geflüchtete nicht allein als Belastung wahrzunehmen. Menschen auf der Flucht trügen in ihren Aufnahmeländern täglich zum gesellschaftlichen Leben bei – etwa als Beschäftigte, Studierende, Nachbarn, Kunstschaffende, Sportlerinnen und Sportler, Unternehmer oder in leitenden Rollen. Er betonte, dass sie bei entsprechenden Chancen nicht nur ihre eigene Existenz neu aufbauen, sondern auch die Gemeinschaften stärken könnten, in denen sie leben.

Salih bezeichnete den Weltflüchtlingstag als Moment, um den Mut und die Widerstandskraft von derzeit fast 42 Millionen Menschen anzuerkennen, die wegen Krieg, Gewalt und Verfolgung ihre Heimat verlassen mussten. Viele von ihnen lebten in großer Abhängigkeit und seien für das tägliche Überleben auf humanitäre Hilfe angewiesen, obwohl diese immer knapper werde. Reiner Schutz und grundlegende Versorgung seien jedoch nicht genug, sagte er. Geflüchtete bräuchten echte Zukunftsperspektiven, um ihr Leben in Würde neu zu gestalten. Flucht dürfe kein dauerhafter Zustand werden.

Mehr Rückkehrer im Jahr 2025

Zugleich bekräftigte Salih das Ziel des UNHCR, innerhalb von zehn Jahren die Zahl jener Flüchtlinge zu halbieren, die über lange Zeit vertrieben bleiben und auf Hilfe angewiesen sind.

Nach dem neuen UNHCR-Jahresbericht flohen im Jahr 2025 rund 5,4 Millionen Menschen wegen Gewalt und Verfolgung in andere Staaten. Gleichzeitig stieg die Zahl der Rückkehrer deutlich: 14,7 Millionen Vertriebene kehrten in ihre Herkunftsregionen oder Heimatländer zurück. Darunter waren 4,4 Millionen Flüchtlinge sowie 10,3 Millionen Binnenvertriebene.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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