Luigi Pantisano ist zum neuen Co-Vorsitzenden der Linken gewählt worden. Künftig führt er die Partei zusammen mit Ines Schwerdtner. In seiner Bewerbungsrede auf dem Parteitag bezeichnete sich der 46-Jährige als Sozialisten und kündigte an, die arbeitende Klasse wieder stärker für die Linke gewinnen zu wollen.
Pantisano wurde 1979 in Waiblingen in Baden-Württemberg geboren und lebt dort bis heute mit seiner Frau und den beiden Kindern. Seine Eltern waren 1966 aus Italien nach Deutschland gekommen und zogen vier Söhne groß. Sein Bruder Alfonso Pantisano ist Queerbeauftragter in Berlin. Über seine Familie sagte Luigi Pantisano, seine Eltern hätten ihr Leben lang hart gearbeitet, damit ihre Kinder bessere Chancen hätten. Von ihnen habe er gelernt, zu kämpfen.
Kindheit teilweise in Kalabrien
Einen Teil seiner Kindheit verbrachte Pantisano in Kalabrien, während seine Eltern in Deutschland arbeiteten. Auf seiner Internetseite schreibt er, seine Eltern hätten Bücher produziert, die sie selbst nie lesen durften. Dadurch hätten sie ihm jedoch den Weg zu einem Studium ermöglicht. Darauf, als Kind einer Arbeiterfamilie mit Migrationsgeschichte studiert zu haben, sei er besonders stolz.
Sein Bildungsweg verlief nicht geradlinig: Zunächst machte Pantisano einen Hauptschulabschluss und absolvierte eine Ausbildung zum Bauzeichner. Danach erwarb er die Fachhochschulreife und studierte Architektur in Stuttgart und Tokio. Später folgte noch ein Studium der Stadtplanung. Beruflich war er unter anderem als Quartiersmanager und als Dozent an Hochschulen tätig.
Knapp unterlegen bei OB-Wahl in Konstanz
Zwischen 2017 und 2025 arbeitete Pantisano als wissenschaftlicher Mitarbeiter für den damaligen Bundestagsabgeordneten und Linken-Vorsitzenden Bernd Riexinger. Im Jahr 2020 trat er bei der Oberbürgermeisterwahl in Konstanz an und verlor mit etwas mehr als 45 Prozent der Stimmen nur relativ knapp gegen den CDU-Kandidaten. Seit 2025 gehört er dem Bundestag an und ist dort stellvertretender Vorsitzender der Linksfraktion.
Mit Blick auf seine eigene Lebensgeschichte sagt Pantisano, er kenne das Gefühl, verachtet und herablassend behandelt zu werden. Eine ähnliche Haltung erkenne er auch in der Politik der Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz. Nicht Menschen, die in Schlauchbooten nach Europa fliehen müssten, seien das Problem, sondern jene, die im Privatjet über die Köpfe anderer hinwegflögen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion