Ein wehrpflichtiger Mann aus der Ukraine soll versucht haben, mithilfe einer Scheinehe das Land zu verlassen. Nach Angaben des ukrainischen Grenzschutzes heiratete der 37-Jährige eine 52 Jahre alte Frau mit Behinderung — obwohl ursprünglich deren Tochter seine künftige Ehefrau werden sollte. An der Grenze zur Republik Moldau sei die angebliche Liebesgeschichte jedoch bei der Passkontrolle aufgefallen.
Die Beamten erklärten, das Paar habe weder die erst drei Monate alte Ehe noch die Beziehung glaubhaft schildern können. Vor allem bei den Angaben zu ihrem Kennenlernen und zum gemeinsamen Alltag hätten sich beide in Widersprüche verwickelt.
Regeln für Ausreisen
Seit dem russischen Angriff im Februar 2022 gelten in der Ukraine Kriegsrecht und Mobilmachung. Männer im wehrpflichtigen Alter zwischen 23 und 60 Jahren dürfen das Land nur in Ausnahmefällen verlassen. Eine solche Ausnahme kann etwa die Begleitung einer Ehefrau mit Behinderung sein. Deshalb versuchen nach Behördenangaben immer wieder Männer, mit gefälschten Papieren oder fingierten Ehen auszureisen.
Dem Grenzschutz zufolge durfte der Mann die Grenze nicht passieren. Zudem wurde Anzeige wegen eines versuchten illegalen Grenzübertritts erstattet. Ihm drohen nun bis zu fünf Jahre Haft. Ob er anschließend an die zuständigen Militärbehörden übergeben wurde, blieb offen. Auch zum weiteren Schicksal der Frau, deren Tochter er ursprünglich heiraten wollte, machte die Behörde keine Angaben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber