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Zittern um Schnee: Kommt der Winterstart jetzt?

Skisaison startet bald: Diese deutschen Gebiete öffnen zuerst – und warum der Blick auf die Ticketpreise viele überraschen dürfte.

25.10.2026, 04:30 Uhr

Wintersaison in Deutschland startet mit höheren Skipasspreisen

Die ersten Schneeflächen sind in den Alpen bereits zu sehen, und vielerorts laufen die Vorbereitungen für den Beginn der Skisaison. Wer in diesem Winter in deutschen Skigebieten unterwegs sein will, muss allerdings tiefer in die Tasche greifen: Nach Angaben des Verbands Deutscher Seilbahnen (VDS) verteuern sich Tagesskipässe im Schnitt um 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Nach dem ungewöhnlich warmen Sommer setzen Bergbahnen und Wintersportorte nun auf sinkende Temperaturen und ausreichend Schnee. In den meisten Regionen ist der Saisonauftakt bis Mitte Dezember geplant. Entscheidend bleiben jedoch Wetter und Schneelage. Laut VDS gilt für alle Gebiete vom Mittelgebirge bis in die Alpen: Sobald die Bedingungen passen, kann der Betrieb beginnen.

Früher Saisonauftakt an der Zugspitze möglich

Am wahrscheinlichsten beginnt die Saison erneut an der Zugspitze, Deutschlands höchstem Berg. Dort ist der Start für den 27. November vorgesehen. Im Dezember soll dann das Gebiet Garmisch-Classic folgen. Ziel sei es, zu den Weihnachtsferien ein möglichst großes Angebot bereitzustellen, sagte Klaus Schanda, Sprecher der Bayerischen Zugspitzbahn.

Auch im Allgäu wird ein früher Start angepeilt. Die OK Bergbahnen planen mit der Söllereckbahn einen frühen Einstieg in die Saison. Am Fellhorn und an der Kanzelwand ist derzeit der 4. Dezember vorgesehen, das Nebelhorn soll am 12. Dezember nachziehen. Die Alpenbahnen Spitzingsee sowie die Brauneck-Bergbahn rechnen mit einem Saisonbeginn am 5. Dezember.

Skigebiet Zugspitze
Bald startet der Skibetrieb auch an der Zugspitze. (Archivbild) Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Auch im Sauerland laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Das Skiliftkarussell Winterberg hat seine Technik zur Schneeerzeugung erweitert und möchte die ersten Lifte Ende November oder Anfang Dezember öffnen. Im Harz will die Wurmbergseilbahn ihre Anlagen und Pisten zum 26. Dezember 2026 in Betrieb nehmen.

Klimawandel setzt kleineren Skigebieten zu

Vor allem tiefer gelegene, kleinere Wintersportorte stehen weiter unter Druck. So wird am Kolben in Oberammergau nach 15 Jahren Winterbetrieb in dieser Saison keine Piste mehr präpariert. Die Betreiber teilten mit, den Ski- und Schlittenbetrieb inklusive technischer Beschneiung einzustellen. Seit der Saison 2019/2020 sei jeder Winter wirtschaftlich defizitär gewesen. Als Grund nennen sie vor allem, dass Niederschläge immer häufiger als Regen statt als Schnee fallen.

Bereits im vergangenen Winter hatte es am Jenner im Berchtesgadener Land keinen klassischen Skibetrieb mehr gegeben. Die Betreiber begründeten den Schritt mit den Schneeverhältnissen der zurückliegenden Jahre und mit veränderten Gästewünschen. Sie sprachen damals von einem bewussten Wandel.

Branche hofft dennoch auf gute Bedingungen

Trotz dieser Entwicklung blickt die Branche vorsichtig optimistisch auf den Winter. Nach Angaben des VDS war die vergangene Saison erfolgreich, auch weil selbst in Mittelgebirgslagen gute Bedingungen herrschten. Der Nettoumsatz stieg demnach um 4,14 Prozent auf 137,7 Millionen Euro.

Selbst wenn der Schnee nicht sofort fällt, sehen sich viele Unternehmen gut vorbereitet. Zahlreiche Betreiber setzen inzwischen zusätzlich oder alternativ auf andere Winter- und Ganzjahresangebote, etwa Winterwanderwege, Rodelbahnen oder Ganzjahresrodelstrecken. In Willingen am Ritzhagen ist etwa der neue Alpine Coaster „Ritz Racer“ nun ganzjährig in Betrieb.

Höhere Preise – mit Sparmöglichkeit beim Online-Kauf

Die Bayerische Zugspitzbahn erhöht ihre Preise um rund zwei Prozent. Neu ist ein Rabatt für Frühbucher: Wer sein Ticket online bereits am Vortag kauft, zahlt deutlich weniger. Am Zugspitzplatt kostet die Tageskarte an der Kasse 78 Euro, online im Vorverkauf 70,50 Euro. Im vergangenen Jahr hatte das Tagesticket dort noch 69 Euro gekostet.

Auch in Garmisch-Classic wird es teurer. Dort steigt der Preis für eine Tageskarte auf 72 Euro an der Kasse und auf 69 Euro bei vorherigem Online-Kauf. Begründet wird die Erhöhung unter anderem mit gestiegenen Energie- und Personalkosten. Laut Sprecher Schanda sei vor allem die Energie der wichtigste Kostentreiber.

Gerade an der Zugspitze kann sich der Vorabkauf besonders lohnen. Dort gilt ein Tageslimit von rund 4.500 Gästen – ist dieses erreicht, werden keine weiteren Tickets verkauft.

Im Verbund Alpen Plus mit Brauneck, Sudelfeld und Spitzingsee kostet die Tageskarte für Erwachsene an der Kasse nun zwischen 53 und 55 Euro, also rund zwei Euro mehr als im Vorjahr. Auch die OK Bergbahnen im Allgäu ziehen an: Das Tagesticket für das gesamte Skigebiet kostet künftig 72,90 Euro und damit gut vier Euro mehr. In Winterberg im Sauerland steigt der Preis für das Tagesticket auf 53 Euro, ein Euro mehr als bisher.

Schnee auf Vorrat als Strategie

In vielen Skigebieten ist künstliche Beschneiung inzwischen unverzichtbar geworden, um die Saison verlässlich planen zu können.

An der 2.962 Meter hohen Zugspitze verfolgt man jedoch einen anderen Ansatz: Dort setzt man ausschließlich auf Naturschnee. Um dennoch früher starten zu können, legt die Bayerische Zugspitzbahn zum Ende der Saison sogenannte Schneedepots an. Dabei schieben Pistenraupen große Schneemengen in Mulden und schattige Bereiche, damit möglichst viel davon den Sommer überdauert und zum Saisonbeginn wieder für die Präparierung genutzt werden kann.

Der diesjährige heiße Sommer hat diese Vorräte jedoch deutlich schrumpfen lassen. Nach Angaben von Schanda ist inzwischen weniger als die Hälfte der Depots erhalten geblieben. In kühleren Jahren seien teils noch zwei Drittel übrig.

Je nach Region könnte die Wintersaison bis in die Osterferien reichen. An der Zugspitze und am Nebelhorn bei Oberstdorf soll der Betrieb sogar bis zum 2. Mai laufen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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