Ukraine

Starmer: Armee stoppt Putins Schatten-Tanker

Russlands Schattenflotte umgeht Sanktionen – jetzt greift Großbritannien im Ärmelkanal zu. Was steckt hinter dem Tanker-Stopp?

14.06.2026, 13:36 Uhr

Großbritannien stoppt Tanker aus mutmaßlicher russischer Schattenflotte im Ärmelkanal

Nach Angaben von Premierminister Keir Starmer hat das britische Militär einen Öltanker aufgehalten, der dem Umfeld der sogenannten russischen Schattenflotte zugerechnet wird und durch den Ärmelkanal fahren wollte. Starmer erklärte auf X, er habe den Einsatz in den frühen Morgenstunden angeordnet. Die Aktion sei ein weiterer Rückschlag für Russland und ein Signal an alle, die Putins Krieg gegen die Ukraine unterstützten, dass sie nicht unentdeckt blieben.

Laut dem britischen Verteidigungsministerium handelt es sich um den fast 244 Meter langen Tanker „Smyrtos“. Nach Daten von Marinetraffic.com fährt das Schiff unter der Flagge Kameruns und war aus einem russischen Hafen ausgelaufen.

Sechsstündiger Einsatz vor der Südküste

Wie das Ministerium mitteilte, enterten Marinekräfte gemeinsam mit speziell geschulten Beamten der nationalen Kriminalpolizei das Schiff. Die Operation dauerte demnach rund sechs Stunden. Anschließend wurde der Tanker vor der englischen Südküste festgesetzt und wird dort weiter überwacht, während die Untersuchungen laufen.

Demnach hatte Starmer bereits im März grünes Licht dafür gegeben, dass britische Streitkräfte und Strafverfolgungsbehörden Schiffe der Schattenflotte auch entern dürfen. Die aktuelle Aktion sei eng mit Frankreich abgestimmt worden. Nun werde geprüft, ob es an Bord Umwelt- oder Sicherheitsmängel gibt.

Verteidigungsminister Dan Jarvis sagte laut Mitteilung, Russland finanziere seinen Krieg in der Ukraine mit Hilfe dieser Schattenflotte. Das Abfangen des Tankers sei daher ein direkter Schlag gegen Putins „illegalen Krieg“.

Britische Armee stoppt Schattenflotte-Tanker
Das Schiff «Smyrtos» wird jetzt vor der englischen Küste festgehalten. (Handout) Quelle: Lphot Hutchins/MoD Crown copyright/PA Wire/dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bedankte sich auf X bei Großbritannien für das Vorgehen. Er erklärte, Russlands Selbstüberschätzung, gestützt auf hohe Einnahmen aus Öl und Gas, habe diesen Krieg mit ermöglicht. Jede Maßnahme von Partnerstaaten, die Moskau Geld entziehe, schwäche zugleich auch den Krieg. Europa müsse aus seiner Sicht dringend gesetzliche Grundlagen schaffen, um nicht nur solche Tanker zu stoppen, sondern auch die geladene Fracht beschlagnahmen zu können.

Schattenflotte im Fokus westlicher Staaten

Mit der sogenannten Schattenflotte versucht Russland nach westlicher Darstellung, die wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängten Sanktionen zu umgehen. Nach britischen Angaben gehören mehr als 700 Schiffe zu diesem Netzwerk. Solche Tanker werden inzwischen immer häufiger gestoppt und kontrolliert.

Erst vor zwei Wochen hatte Frankreich im Atlantik einen aus Russland kommenden Öltanker überprüft, nach Pariser Angaben ebenfalls mit britischer Unterstützung. Der Kreml hatte solche Maßnahmen damals scharf kritisiert und von einer Art „internationaler Piraterie“ gesprochen.

Die „Smyrtos“ wird nun weiterhin vor der englischen Küste festgehalten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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