Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj bei jüngsten russischen Angriffen auch ballistische Raketen abfangen können. In sozialen Netzwerken bedankte er sich dafür bei den USA und Norwegen, die das Flugabwehrsystem Nasams bereitgestellt hätten. Auch Deutschland und Frankreich würdigte er für ihre Unterstützung bei der Luftverteidigung. Zugleich betonte Selenskyj, dass weitere Hilfspakete dringend nötig seien, und warf Russland eine gezielte Eskalation vor.
Moskau setze nach ukrainischer Darstellung verstärkt auf ballistische Raketen, weil bekannt sei, dass der Ukraine Abfangraketen fehlten. Diese Waffensysteme gelten wegen ihrer hohen Geschwindigkeit als besonders schwer zu stoppen. Zusätzlich belasten laut Selenskyj auch Drohnen mit Düsenantrieb die ukrainische Luftabwehr. Der Präsident weist seit längerem auf Engpässe bei den Mitteln zur Flugverteidigung hin.
Selenskyj wirft Russland Angriffe auf zivile Ziele vor
Selenskyj beschuldigte Russland des Terrorismus. Nach seinen Worten würden rund um die Uhr Menschenleben, zivile Infrastruktur und Wohngebiete attackiert. In Kiew seien demnach unter anderem Rechen- und Geschäftszentren sowie Wohnhäuser getroffen worden. In der Region Odessa seien eine Bildungseinrichtung und ein Studentenwohnheim angegriffen worden. Außerdem seien zwei ausländische Schiffe beschädigt worden. Insgesamt seien in der Nacht neun Regionen Ziel russischer Attacken gewesen. Dabei habe es Schäden an Energieanlagen, zivilen Betrieben und Wohnhäusern gegeben.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte am Morgen über Telegram, Angriffe auf Kiew, das Umland der Hauptstadt und die Region Odessa ausgeführt zu haben. In Kiew und Umgebung seien demnach zwei Waffenlager und zwei Datenzentren getroffen worden. Im Gebiet Odessa seien unter anderem zwei Schiffe, ein Umspannwerk und Hafenanlagen attackiert worden. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben ist nicht möglich.
Russland führt seit mehr als viereinhalb Jahren einen schweren Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber