Ukraine

Russland: Toter nach Ukraine-Schlag aufs Seeterminal

Drohnen, Feuer, Tote: Die Ukraine trifft Russlands Öl-Drehscheibe – und plötzlich melden beide Seiten neue Opfer.

13.06.2026, 10:05 Uhr

Die Ukraine hat nach Angaben russischer Behörden ein Seeterminal im Süden Russlands attackiert. Im Kreis Temrjuk sei durch herabfallende Trümmer abgeschossener Drohnen ein Mensch ums Leben gekommen, drei weitere wurden verletzt, erklärte der Gouverneur der Region Krasnodar, Weniamin Kondratjew, auf Telegram. Zudem sei ein Feuer ausgebrochen. Einen genauen Ort nannte er nicht. Auch in der Ukraine gab es infolge russischer Angriffe erneut ein Todesopfer.

Nach Daten des Feuerinformationssystems der Nasa wurden auf der Halbinsel Taman zwei Brandherde registriert. Dort befindet sich am Rand der Siedlung Wolna ein großes Terminal zum Umschlag von Öl und Ölprodukten, die anschließend über das Schwarze Meer verschifft werden.

Ukraine bestätigt Angriffe

Der ukrainische Geheimdienst SBU bestätigte nach eigenen Angaben einen Angriff auf ein Gas- und Ölterminal in der Region Krasnodar. Demnach seien mit Drohnen unter anderem fünf Tanks mit Erdölprodukten getroffen worden. Der SBU erklärte, die russische Öl- und Gasindustrie sei eine zentrale Einnahmequelle für Moskaus Fortsetzung des Krieges.

Auch an anderer Stelle meldete Kiew einen Erfolg: Der ukrainische Generalstab teilte mit, eine Anlage zur Ölaufbereitung und -förderung im Gebiet Wolgograd getroffen zu haben. Dort berichteten die Behörden wiederum von einem Feuer, das durch herabstürzende Drohnentrümmer auf dem Gelände einer Industrieanlage im Kreis Kotowo ausgelöst worden sei.

Russland führt seit mehr als vier Jahren einen verheerenden Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew richtet seine Gegenangriffe zunehmend gegen die russische Ölindustrie. Ziel ist es, die Treibstoffversorgung der russischen Streitkräfte zu beeinträchtigen und zugleich wichtige Einnahmen aus dem Ölgeschäft zu verringern, mit denen Moskau seinen Krieg finanziert. Zuletzt hatten russische Besatzungsbehörden die Abgabe von Benzin eingeschränkt, zudem verhängte die Regierung in Moskau ein Exportverbot für Kerosin.

Zivile Opfer nach russischen Angriffen in der Ukraine

Auch russische Angriffe auf ukrainisches Gebiet hatten erneut schwerwiegende Folgen für die Zivilbevölkerung. In Saporischschja im Südosten des Landes wurde nach Angaben des Militärgouverneurs Iwan Fedorow bei einem Angriff auf Infrastruktur ein Mensch getötet.

In der Region Dnipropetrowsk wurden laut Militärgouverneur Olexander Hanscha bei mehreren Attacken mit Drohnen und Gleitbomben neun Menschen verletzt. Beschädigt wurden demnach mehrstöckige Wohnhäuser, Einfamilienhäuser und Autos. Außerdem brach auf einem Markt ein Feuer aus.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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