Politik

Trumps Papst-Attacke überschattet Rubios Vatikan-Besuch

Trump greift den Papst erneut an – ausgerechnet vor Rubios heiklem Vatikan-Termin. Jetzt steht das Treffen in Rom unter Hochspannung.

05.05.2026, 17:24 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat Papst Leo XIV. kurz vor dem geplanten Vatikan-Besuch von US-Außenminister Marco Rubio erneut scharf angegriffen. In einem Interview mit dem konservativen Radiomoderator Hugh Hewitt behauptete Trump, der Papst bringe "viele Katholiken und viele Menschen" in Gefahr. Zudem unterstellte er dem Pontifex, er akzeptiere einen iranischen Besitz von Atomwaffen.

Papst Leo XIV. hatte sich in den vergangenen Wochen mehrfach gegen den Krieg im Iran ausgesprochen und stattdessen für Waffenruhe und Gespräche geworben. Trumps neue Vorwürfe dürften den für Donnerstag angesetzten Besuch Rubios im Vatikan zusätzlich erschweren. Der US-Außenminister, der selbst katholisch ist, dürfte versuchen, das angespannte Verhältnis zwischen Washington und dem ersten in den USA geborenen Papst zu entschärfen.

Botschafter wirbt für Gespräche

Der amerikanische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Brian Burch, stellte sich laut Medienberichten auf ein "offenes" Treffen ein. Unterschiede zwischen Staaten seien normal, sagte er. Solche Konflikte könnten durch "Brüderlichkeit und authentischen Dialog" bearbeitet werden. Zugleich widersprach Burch dem Eindruck, zwischen der US-Regierung und dem Vatikan gebe es einen tiefgreifenden Zerwürfnis.

Aus dem Vatikan kamen zurückhaltende Reaktionen. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin erklärte nach italienischen Medienberichten, der Papst gehe seinen Weg weiter, predige das Evangelium und setze sich für den Frieden ein — bei jeder passenden wie unpassenden Gelegenheit. Ob Leo XIV. direkt auf Trumps Aussagen reagieren werde, ließ Parolin offen. Italiens rechter Vize-Regierungschef Matteo Salvini kommentierte knapp, über den Papst diskutiere man nicht, man höre ihm zu.

Verhältnis seit Wochen angespannt

Zuletzt hatte sich Leo XIV. immer deutlicher kritisch zur Kriegsführung der USA und Israels gegen den Iran geäußert. Trump hingegen verteidigt den Militäreinsatz als notwendig, um Teheran am Bau einer Atomwaffe zu hindern. Bereits zuvor hatte er den Papst als "schwach" bezeichnet und auch dessen Haltung in der Migrationspolitik kritisiert.

Für zusätzliche Empörung sorgte zudem ein von Trump verbreitetes KI-generiertes Bild, das ihn in einer an Christus erinnernden Darstellung zeigte. Später löschte er den Beitrag wieder.

Rubio will in Rom auch Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni treffen. Auch dieses Gespräch gilt als sensibel, da Meloni den Papst in der Vergangenheit gegen frühere Attacken Trumps verteidigt hatte. Zudem fällt die Reise zeitlich mit dem ersten Jahrestag von Leos Pontifikat zusammen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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