Söder macht bei Bundespräsidenten-Frage Druck
CSU-Chef Markus Söder erhöht im Ringen um die Nachfolge im Amt des Bundespräsidenten den Druck. Im Gespräch mit der ARD verwies er darauf, dass die CSU in den vergangenen 75 Jahren weder den Bundeskanzler noch den Bundespräsidenten gestellt habe. Daraus leitete er den Anspruch ab, dass nun auch seine Partei einmal an der Reihe sein könnte.
Mit Blick auf das Anforderungsprofil für das höchste Staatsamt sagte Söder, eine juristische Ausbildung sei dafür nicht zwingend nötig. Entscheidend seien vielmehr Autorität sowie die demokratische, persönliche und charakterliche Eignung. Zugleich wies er den Eindruck zurück, es gehe um bloßes Taktieren bei Posten. Aus seiner Sicht stehe eine Persönlichkeit bereit, die fachlich und menschlich außer Frage stehe. Wichtiger als das Parteibuch sei die Eignung für das Amt.
Ilse Aigner weiter im Gespräch
In der CSU gilt seit geraumer Zeit die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner als aussichtsreiche Kandidatin. Söder hatte sich bereits in seiner Rede auf dem Parteitag erneut für sie starkgemacht. Zwar falle die Entscheidung letztlich an anderer Stelle, dennoch machte er deutlich, dass er eine Wahl Aigners für sehr begrüßenswert halten würde.
Merz vermeidet Festlegung auf CSU-Parteitag
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ging in seiner mehr als 50 Minuten langen Rede auf dem CSU-Parteitag nicht auf die Frage ein, wann und auf welche Weise Union und Koalition ihre Kandidatin oder ihren Kandidaten für das Bundespräsidentenamt bestimmen wollen. Zu diesem Thema äußerte er sich nicht.

Lediglich zu Beginn seiner Ansprache erwähnte Merz Ilse Aigner namentlich direkt nach Markus Söder. Die Delegierten reagierten darauf mit lautem Beifall und Jubel. Aigner, die in der ersten Reihe Platz genommen hatte, erhob sich ebenfalls und winkte den Anwesenden in der Münchner Messehalle mit beiden Händen zu.
Auffällig war zudem, dass Merz Aigner beim Einzug in den Saal ebenso wie Bundesforschungsministerin Dorothee Bär mit einem Küsschen links und rechts begrüßte.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber