Mann nach mutmaßlichem IS-Anschlussversuch in Untersuchungshaft
Ein 21-jähriger Deutscher sitzt nach dem mutmaßlichen Versuch, sich der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) im Ausland anzuschließen, in Deutschland in Untersuchungshaft. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft bestätigte, dass der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe den Haftbefehl vollzogen hat. Der Beschuldigte war demnach am Freitag nach Deutschland ausgeliefert worden.
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft reiste der Mann im Januar 2025 von Berlin nach Äthiopien. Von dort aus wollte er offenbar weiter nach Somalia, um sich dem IS anzuschließen und eine Ausbildung als Kämpfer zu erhalten. Dazu kam es jedoch nicht. Stattdessen soll er nach Pakistan weitergereist sein, um sich dort der Terrormiliz anzuschließen. Im Februar 2025 wurde er in Pakistan festgenommen.
Ermittlungen wegen Terrorverdachts
Die Bundesanwaltschaft wirft dem 21-Jährigen versuchte Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland sowie die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor. Nach deutschem Recht kann dieser Vorwurf bereits dann erfüllt sein, wenn jemand Deutschland mit dem Ziel verlässt, sich im Ausland einer Terrorgruppe anzuschließen oder von ihr ausbilden zu lassen.
Die Bundesanwaltschaft ist in Deutschland insbesondere für Verfahren aus den Bereichen Terrorismus, Spionage und Völkerstrafrecht zuständig. Geleitet wird die Behörde in Karlsruhe seit März 2024 von Generalbundesanwalt Jens Rommel.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber