Aicher startet mit Podestplatz in die Ski-Saison
Emma Aicher hat beim Auftakt des alpinen Weltcup-Winters ein starkes Ausrufezeichen gesetzt. Die 22 Jahre alte Deutsche fuhr im Riesenslalom von Sölden auf Rang drei und feierte damit ihr erstes Weltcup-Podium in dieser Disziplin. Den Sieg sicherte sich erstmals die Amerikanerin Paula Moltzan, Zweite wurde Lara Colturi, die für Albanien startet.
Aicher selbst zeigte sich nach dem Rennen überrascht. Es sei „sehr überraschend“, direkt zum Saisonstart auf das Podest gefahren zu sein, sagte sie. Damit habe sie nicht gerechnet – umso bemerkenswerter, weil der Riesenslalom bislang nicht zu ihren Lieblingsdisziplinen zählt und auch der Rettenbachferner ihr eher wenig liegt.
Aicher arbeitet sich im Finale nach vorn
Nach dem ersten Durchgang hatte Aicher noch auf Rang neun gelegen, im Finale schob sie sich dann noch auf Platz drei nach vorn. Im Ziel jubelte sie ausgelassen, nachdem ihre Bestzeit zunächst grün aufleuchtete. Sie habe gewusst, dass sie damit zumindest nicht sofort zurückfallen würde, erklärte sie später. An einen Podestplatz habe sie in diesem Moment aber noch nicht geglaubt.
„Cool zu fahren“ sei der zweite Lauf gewesen, sagte Aicher anschließend. Mit dem Ergebnis setzte sie gleich zum Start ihre Jagd auf vordere Plätze im Gesamtweltcup fort.
Shiffrin fällt noch zurück
Mikaela Shiffrin hatte nach dem ersten Lauf noch geführt, kam mit den schwieriger werdenden Bedingungen im Finale aber nicht zurecht und fiel noch auf Rang sieben zurück. Damit verpasste die US-Amerikanerin ihren 111. Weltcupsieg.
Shiffrin hatte vor dem Winter angekündigt, seltener im Slalom zu starten und den Fokus stärker auf Riesenslalom und Super-G zu legen. Sie selbst sprach von einer „Saison der Erkundung“ – der Auftakt verlief für sie jedoch eher wie ein kleiner Dämpfer.
Hohe Erwartungen an Aicher
Nach ihrer starken vergangenen Saison zählt Aicher in diesem Winter zu den spannendsten Fahrerinnen im Kampf um den Gesamtweltcup. Mit zwei olympischen Silbermedaillen und drei Weltcupsiegen im Vorwinter gilt sie für viele als erste Herausforderin von Shiffrin.
Davon ließ sich die 22-Jährige in Sölden aber nicht beeindrucken. „Das Drumherum war mir wurscht“, sagte Aicher. Inzwischen stand sie im Weltcup in allen vier Disziplinen schon auf dem Podest. Ihr bestes Riesenslalom-Ergebnis hatte zuvor Platz vier im März in Åre gewesen, in Sölden war sie im Vorjahr noch 28. geworden.
Mit Blick auf die Saison, deren Höhepunkt die WM in Crans-Montana in der Schweiz im Februar ist, scheint für die Allrounderin vieles möglich.
Scheib scheidet nach Sturz aus
Im deutschen Team kam Lena Dürr nicht über Rang 22 hinaus. Kira Weidle-Winkelmann, die vor allem in den schnellen Disziplinen ihre Stärken hat und den Riesenslalom weiter aufbauen will, belegte Platz 26.
Für Julia Scheib verlief das Rennen enttäuschend. Die Österreicherin, die im Vorjahr in Sölden gewonnen hatte und im vergangenen Winter als beste Riesenslalomläuferin gegolten hatte, schied nach einem Sturz im ersten Lauf aus. Vor dem Rennen hatte sie Aicher noch als „coole Socke“ bezeichnet.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber