Einen Tag nach dem Einsturz eines mehrstöckigen Hauses in Nairobi läuft die Suche nach Vermissten weiter. Ob bei dem Unglück am Freitagmittag Menschen ums Leben kamen, war zunächst unklar. Auch zur Zahl der Vermissten gab es widersprüchliche Angaben: Die Regierung sprach zunächst von sieben Betroffenen, das Kenianische Rote Kreuz hingegen von etwa 30.
Rettungsteams teilten mit, dass zu einigen eingeschlossenen Personen Kontakt hergestellt werden konnte. Das Gebäude, das sich noch im Bau befand und auf eine Höhe von etwa 16 bis 18 Etagen ausgelegt war, war am Freitag gegen 13 Uhr Ortszeit im dicht besiedelten Geschäftsviertel Eastleigh zusammengebrochen. Obwohl die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen waren, befanden sich im Erd- und Untergeschoss bereits rund elf Läden, darunter ein Elektronikgeschäft, eine Metzgerei und ein Lebensmittelladen.
Neue Debatte über Bauaufsicht in Nairobi
Die Untersuchungen zur Ursache des Einsturzes dauerten an. Nach Angaben von Nairobis Gouverneur Johnson Sakaja wurde das Gebäude ohne die nötigen Genehmigungen errichtet. Zudem seien Anordnungen zur Einstellung der Arbeiten nicht konsequent durchgesetzt worden.
Der Vorfall hat erneut Zweifel an der Einhaltung von Bauvorschriften und an der Kontrolle des schnellen Baubooms in Nairobi geweckt. Nach Angaben der Nationalen Baubehörde (NCA) stürzten in Kenia zwischen 2009 und 2019 mindestens 86 Gebäude ein. Dabei kamen Schätzungen zufolge rund 200 Menschen ums Leben.
Besonders häufig betroffen war demnach die Hauptstadt Nairobi. Als Gründe für frühere Einstürze wurden unter anderem Baumängel und die Verwendung minderwertiger Materialien genannt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber