Politik

So krass: Hitlers Geburtshaus wird Wache

Hitlers Geburtshaus zog jahrelang Neonazis an – jetzt soll ein radikaler Umbau den düsteren Pilgerort endgültig entzaubern.

22.07.2026, 03:30 Uhr

Nach jahrelangen Umbauarbeiten wird das Geburtshaus Adolf Hitlers im oberösterreichischen Braunau künftig staatlich genutzt. Am Mittwochvormittag soll das Gebäude als Polizeizentrum eröffnet werden. Mit dieser neuen Verwendung will Österreich verhindern, dass das Haus nahe der bayerischen Grenze weiterhin als Treffpunkt für Neonazis dient.

Für den Umbau wurden rund 20 Millionen Euro investiert. Künftig sollen auf dem Gelände mit Nebengebäuden und Innenhof Beschäftigte des Bezirkspolizeikommandos sowie der örtlichen Polizeiinspektion arbeiten.

Gebäude sollte möglichst wenig Wiedererkennungswert haben

Das Haus, in dem Hitler am 20. April 1889 zur Welt kam, befand sich lange in privater Hand. Nach einem längeren Rechtsstreit wurde es 2017 enteignet. Eine Fachkommission sprach sich damals sowohl gegen einen Abriss als auch gegen die Einrichtung eines Museums aus. Stattdessen empfahl sie einen Umbau, durch den das Gebäude äußerlich möglichst wenig an seinen historischen Ursprung erinnern soll.

Neue Nutzung soll Missbrauch durch Rechtsextreme erschweren

Der Geburtsort des späteren Diktators zog in der Vergangenheit immer wieder Rechtsextreme an. Aus Sicht des Staates hat die Nutzung als Polizeidienststelle deshalb auch einen praktischen Vorteil: Verdächtige Personen können vor Ort umgehend kontrolliert werden.

Hitler entfesselte den Zweiten Weltkrieg, dem mindestens 60 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Im Holocaust wurden außerdem etwa sechs Millionen Jüdinnen und Juden ermordet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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