Politik

Schock in Florida: Haftbefehl gegen Raúl Castro

Neue Vorwürfe gegen Raúl Castro: Wegen eines tödlichen Abschusses von 1996 greift Florida jetzt selbst durch.

19.10.2026, 18:29 Uhr

In Florida ist auf Ebene des Bundesstaats ein Haftbefehl gegen Kubas früheren Staatschef Raúl Castro erlassen worden. Hintergrund ist der Abschuss zweier Kleinflugzeuge der exilkubanischen Gruppe "Hermanos al Rescate" durch die kubanische Luftwaffe im Jahr 1996. Floridas Generalstaatsanwalt James Uthmeier erklärte bei der Bekanntgabe der Anklage, es habe sich dabei nicht um ein Versehen, sondern um Mord gehandelt.

Bei dem Vorfall kamen vier Menschen ums Leben, darunter drei US-Bürger. Bereits im Mai hatte die US-Regierung Anklage gegen den heute 95-jährigen Castro erhoben. Uthmeier betonte nun, dass Florida unabhängig davon eigene strafrechtliche Schritte einleiten könne. Viele Menschen in Miami warteten seiner Aussage nach seit Jahren darauf, dass Castro zur Verantwortung gezogen werde.

Seit Langem belastete Beziehungen

Raúl Castro, der jüngere Bruder des früheren kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro, war zum Zeitpunkt des Vorfalls Verteidigungsminister. Die betroffene Organisation hatte ihren Sitz in Miami. Nach Darstellung der kubanischen Regierung waren die Maschinen in den Luftraum des Landes eingedrungen. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation kam jedoch zu dem Ergebnis, dass sich die Flugzeuge beim Abschuss über internationalen Gewässern befanden.

Die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba gelten seit Jahrzehnten als schwierig. Unter US-Präsident Donald Trump haben Sanktionen und ein Ölembargo die Spannungen weiter verschärft. Raúl Castro war rund fünf Jahrzehnte lang Verteidigungsminister und führte Kuba anschließend von 2006 bis 2018. In der Öffentlichkeit tritt er inzwischen nur noch selten auf.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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