Politik

Reporter belästigt: Rechtsextremist jetzt verurteilt

Zypern-Berichte machten Tommy Robinson wütend: Jetzt wurde er schuldig gesprochen, weil er zwei Journalisten einschüchterte.

28.10.2026, 18:57 Uhr

Der britische Rechtsextremist Tommy Robinson ist wegen der Belästigung von zwei Journalisten schuldig gesprochen worden. Britischen Medien zufolge drohen dem 43-Jährigen nun bis zu zehn Jahre Haft. Auch eine Geldstrafe gilt laut der Nachrichtenagentur PA als möglich. Das Strafmaß soll demnach am 16. Dezember bekanntgegeben werden.

Robinson, der mit bürgerlichem Namen Stephen Yaxley-Lennon heißt, zählt zu den bekanntesten Figuren der rechtsextremen Szene in Großbritannien und ist mehrfach vorbestraft. Nach Angaben aus dem Gerichtssaal hatten die beiden betroffenen Journalisten wegen seines einschüchternden Verhaltens Angst vor körperlichen Angriffen.

Ausgangspunkt des Falls waren Berichte der "Daily Mail" aus dem Sommer 2024. Nach der Tötung von drei Mädchen im nordenglischen Southport war es damals landesweit zu rassistisch und rechtsextrem motivierten Ausschreitungen gekommen. Robinson soll in diesem Zusammenhang, auch wegen seiner großen Reichweite auf der Plattform X, eine wichtige Rolle gespielt haben.

Die "Daily Mail" hatte ihm vorgeworfen, die Unruhen während eines Zypern-Urlaubs mit Beiträgen in sozialen Netzwerken weiter angeheizt zu haben. Laut BBC sah das Gericht es als erwiesen an, dass Robinson die beiden Journalisten anschließend mit groben und einschüchternden Methoden unter Druck setzte. Demnach beauftragte er unter anderem Privatdetektive, um ihre Wohnadressen ausfindig zu machen, und veröffentlichte Fotos. Einer der Journalisten bekam daraufhin Personenschutz, der andere verließ sein Zuhause.

Unruhen nach Bluttat in Southport
Im Sommer 2024 war es im englischen Southport zu rassistisch motivierten Ausschreitungen gekommen. (Archivbild) Quelle: Richard Mccarthy/PA Wire/dpa

Vor Gericht wies Robinson den Vorwurf zurück, die Journalisten habe einschüchtern wollen. Er erklärte, er habe lediglich Druck ausüben wollen, weil er seine eigene Familie durch die Berichterstattung in Gefahr gesehen habe.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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