Politik

Hammer: 40 Straftäter müssen nach Afghanistan

Abschiebeflug in Kabul gelandet: Diese afghanischen Männer mussten Deutschland verlassen – der Grund hat es in sich.

28.10.2026, 16:34 Uhr

Deutschland hat 40 afghanische Männer mit einem Charterflug in ihr Herkunftsland zurückgeführt. Nach Angaben eines Sprechers des Bundesinnenministeriums startete die Maschine am Flughafen Leipzig/Halle und landete am Mittwoch in Kabul.

Wie das Ministerium mitteilte, handelt es sich bei den Abgeschobenen ausschließlich um Männer mit strafrechtlichen Verurteilungen. Zu den Delikten zählen demnach unter anderem Totschlag, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch von Kindern, Körperverletzung und Drogenhandel.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte der „Bild“: „Straftäter müssen unser Land verlassen. Auch deswegen sind Rückführungen nach Afghanistan regelmäßiger und verlässlicher Bestandteil unserer Migrationspolitik.“

Zehn Bundesländer an Sammelabschiebung beteiligt

An der gemeinsamen Rückführung beteiligten sich laut Ministerium Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Seit Beginn der laufenden Legislaturperiode wurden den Angaben zufolge insgesamt 303 afghanische Männer aus Deutschland nach Afghanistan abgeschoben.

Die erste Sammelabschiebung von Straftätern nach Afghanistan seit der erneuten Machtübernahme der radikal-islamistischen Taliban im August 2021 war 2024 mit Unterstützung des Golfemirats Katar organisiert worden. Im Februar 2026 brachte die Bundespolizei dann erstmals ohne Hilfe eines Drittstaats 20 Straftäter direkt nach Kabul. Grundlage dafür war eine Vereinbarung mit den Taliban.

Am vergangenen Wochenende hatten an mehreren deutschen Flughäfen Hunderte Menschen gegen Abschiebungen demonstriert.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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