Bayern

Sabotage-Alarm in Nürnberg: Zwei in U-Haft

Brandbeschleuniger, Geheimauftrag, unklarer Anschlagsort: Warum zwei Belarussen in Bayern in U-Haft sitzen.

28.10.2026, 18:04 Uhr

Ermittlungen in Bayern: Zwei Männer sollen Sabotageanschlag im Raum Nürnberg geplant haben

Die Generalstaatsanwaltschaft München geht gegen zwei Männer vor, die nach bisherigen Erkenntnissen einen Brandanschlag im Großraum Nürnberg vorbereitet haben sollen. Nach Angaben der Behörde hätten sie im Auftrag einer ausländischen staatlichen Stelle oder Organisation gehandelt und dafür eine Bezahlung erhalten.

Als mögliches Ziel sei ein bislang nicht genauer benanntes Gebäude oder eine Einrichtung der kritischen Infrastruktur vorgesehen gewesen. Dieses Objekt habe mit Brandbeschleunigern in Brand gesetzt werden sollen. Dabei sei ein erheblicher Sachschaden einkalkuliert worden, um die Sicherheit Deutschlands zu beeinträchtigen. Über den Fall hatte zunächst der „Spiegel“ berichtet.

Die Ermittler prüfen den Verdacht der Verabredung zu schwerer Brandstiftung sowie einer geheimdienstlichen Tätigkeit mit Sabotagehintergrund. Das Verfahren wird inzwischen von der bei der Generalstaatsanwaltschaft angesiedelten Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) geführt, nachdem sie den Fall von der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth übernommen hat.

Auch Rumänien ermittelt

Bei den Beschuldigten handelt es sich laut Behörden um zwei belarussische Staatsangehörige im Alter von 50 und 39 Jahren. Beide sitzen demnach seit dem 7. Oktober in Untersuchungshaft.

Parallel dazu läuft auch in Rumänien ein Verfahren gegen die Männer. Die rumänischen Behörden haben Deutschland um ihre Auslieferung gebeten. Vorerst bleiben die beiden jedoch in deutscher Haft. Zu den Hintergründen des rumänischen Verfahrens machte die Generalstaatsanwaltschaft keine weiteren Angaben.

Nach Informationen des „Spiegel“ stehen die beiden Belarussen in Rumänien im Verdacht, an einem Brandanschlag auf einen Industriepark in der Stadt Brasov in der Nacht zum 14. September beteiligt gewesen zu sein. In dem betroffenen Industriegebiet befindet sich dem Bericht zufolge auch ein Rüstungsunternehmen mit Produktionsanlagen.

Das Magazin berichtet weiter, der rumänische Geheimdienst SRI ordne die Verdächtigen einem von Russland gesteuerten Spionage- und Sabotagenetzwerk zu. Für beide Männer gilt allerdings weiterhin die Unschuldsvermutung.

Bereits Mitte Oktober waren in Deutschland zwei weitere mutmaßliche Saboteure festgenommen worden. Sie sollen für einen Brandanschlag auf eine Starlink-Station in Polen verantwortlich sein.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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