Papst Leo XIV. kann sich nach seiner viel beachteten Frankreich-Reise auch einen Besuch in Deutschland vorstellen. Auf dem Rückflug nach Rom sagte er vor Journalisten, er hoffe sehr, erneut dorthin reisen zu können. Deutschland kenne er noch aus der Zeit vor seiner Wahl zum Oberhaupt der katholischen Kirche, als er den weltweiten Augustinerorden leitete. Zugleich dämpfte er Erwartungen und bat um Geduld: Er sei erst seit rund 15 Monaten im Amt.
Einen konkreten Termin oder einen festen Plan für eine Deutschlandreise gebe es bislang nicht, erklärte der Papst. Für das kommende Jahr stehe bisher nur fest, dass er im August zum Weltjugendtag nach Südkorea reisen werde. Eine Einladung aus Deutschland liegt bereits vor: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte sie ihm schon im vergangenen Jahr übermittelt.
Papst setzt auf neuen missionarischen Schwung
Während seines viertägigen Aufenthalts in Frankreich wurde Leo bei Freiluftgottesdiensten von mehr als einer Million Gläubigen begeistert empfangen. Der Papst zeigte sich zuversichtlich, dass trotz stark sinkender Mitgliederzahlen der Kirchen auch in Deutschland ein ähnlicher Aufbruch möglich sein könnte.
Auch über Frankreich habe es geheißen, die Kirche sei am Ende, sagte Leo. Die Ereignisse der vergangenen Tage hätten jedoch ein anderes Bild gezeigt. Wenn es gelinge, einen echten missionarischen Geist zu wecken und den richtigen Weg dafür zu finden, gebe es in Deutschland weiterhin sehr viele Menschen, die ihren christlichen und katholischen Glauben leben und gemeinsam feiern wollten.
In diesem Zusammenhang warnte Leo zudem vor dem wachsenden Einfluss rechtspopulistischer und extremistischer Strömungen, ohne bestimmte Parteien zu nennen. Die Botschaft des Evangeliums stehe nicht für Hass oder Spaltung, sondern für Verständnis, Mitgefühl und Begleitung. Extremistische Ideen könnten womöglich deutlich größeren Schaden anrichten, als vielen derzeit bewusst sei.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber