Politik

Organspende: Über 200 Abgeordnete drängen auf Wende

Neue Organspende-Regeln im Bundestag: Dieser Vorstoß könnte Tausenden auf der Warteliste plötzlich Hoffnung machen.

14.08.2026, 10:43 Uhr

Mehr als 200 Abgeordnete des Bundestags stellen sich im Bemühen um mehr Organspenden hinter einen fraktionsübergreifenden Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung. Der Grünen-Politiker Armin Grau, einer der Initiatoren, sprach von einem deutlichen Signal – vor allem für die mehr als 8.000 Menschen, die derzeit auf ein Spenderorgan warten. Aus seiner Sicht könnten sich durch das Modell die Chancen vieler Betroffener auf eine Transplantation verbessern.

Den nun in den Bundestag eingebrachten Entwurf haben 245 der insgesamt 630 Parlamentarier unterschrieben. Unterstützt wird die Initiative von Abgeordneten aus Union, SPD, Grünen und Linken. Kern des Vorhabens ist ein grundlegender Systemwechsel: Volljährige sollen nach ihrem Tod grundsätzlich als Organspender gelten, sofern sie zu Lebzeiten keinen Widerspruch eingelegt haben. Bislang ist eine ausdrückliche Zustimmung Voraussetzung für eine Organentnahme.

Kein Automatismus gegen den eigenen Willen

Die CDU-Abgeordnete Gitta Connemann, ebenfalls Mit-Initiatorin, betonte gegenüber dem Stern, dass die geplante Regelung niemanden zur Organspende verpflichte. Sie solle die Bürger vielmehr dazu anhalten, sich klar zu entscheiden – für oder gegen eine Spende. Nach der Sommerpause sollen die konkreten Beratungen im Parlament starten.

Bereits Ende Juni hatte sich der Bundestag in einer Grundsatzdebatte mit möglichen Wegen zu mehr Organspenden befasst. Schon damals warb die Abgeordnetengruppe für die Widerspruchslösung. Gleichzeitig gibt es jedoch eine weitere fraktionsübergreifende Gruppe, die dieses Modell entschieden ablehnt. Sie setzt stattdessen auf bessere Information und darauf, dass der persönliche Wille einfacher festgehalten werden kann. Ein erster Versuch, die Widerspruchsregelung einzuführen, war im Jahr 2020 gescheitert.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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