Mecklenburg-Vorpommern

Rätsel um toten Buckelwal: Heute folgt die Obduktion

Spektakulärer Einsatz vor Stralsund: Ein Kran holt den toten Buckelwal jetzt aus dem Wasser – was Forscher am Kadaver finden?

14.08.2026, 09:52 Uhr

Der im Greifswalder Bodden entdeckte tote Buckelwal soll heute untersucht werden. Auf dem Dänholm bei Stralsund soll zunächst ein Kran den etwa sieben Meter langen Kadaver aus dem Wasser heben. Die Vorbereitungen laufen bereits, teilte eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund mit. Anschließend wird das Tier per Lastwagen rund 150 Meter bis zum Ort der Untersuchung transportiert, wo ein etwa zehnköpfiges Wissenschaftsteam wartet.

Bereits am Vorabend war der Wal mit Gurten von einem Schiff aus zum Dänholm gebracht worden. Auf der kleinen Insel befindet sich mit dem Nautineum eine Außenstelle des Meeresmuseums.

Tod vermutlich in der Nacht vor dem Fund

Die Obduktion soll am Vormittag starten und voraussichtlich mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Zuerst sollen die Organe entnommen und Proben gesichert werden. Eile sei dabei nötig, weil der Verwesungsprozess bereits begonnen habe und die Aussagekraft der Befunde mit der Zeit abnehme.

Der tote Buckelwal war am Donnerstagmorgen nahe der Südspitze Rügens im Greifswalder Bodden entdeckt worden. Das Tier trieb mit dem Rücken nach unten im Wasser. Nach Einschätzung der Sprecherin war es zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Stunden tot und hatte bereits begonnen abzusinken. Tote Wale sänken normalerweise recht schnell auf den Meeresgrund. Durch Sonne und warme Temperaturen habe sich der Körper jedoch schon aufgebläht, verursacht durch entstehende Verwesungsgase.

Mehrfach Wale an der Ostseeküste gesichtet

In den vergangenen Wochen waren an der Ostseeküste wiederholt Wale beobachtet worden: zunächst vor Kiel, später weiter östlich, unter anderem im Hafen von Wismar, vor Wustrow und zuletzt am vergangenen Samstag in der Nähe des polnischen Badeorts Międzyzdroje. Ob es sich bei all diesen Sichtungen um dasselbe Tier handelt, ist bislang offen.

Wal ohne Lebenszeichen im Greifswalder Bodden entdeckt
Der tote Wal im Greifswalder Bodden wird von einem Schiff abgeschleppt. Quelle: Philip Dulian/dpa

Schon im Frühjahr war vor der Insel Poel bei Wismar ein Buckelwal gestrandet. Das von vielen Menschen „Timmy“ genannte Tier wurde in einer aufwendigen und umstrittenen Aktion in Richtung Nordsee gebracht, wenige Tage später jedoch tot vor der dänischen Insel Anholt gefunden. Die Ostsee ist kein natürlicher Lebensraum für Buckelwale. Der geringere Salzgehalt im Vergleich zu den Ozeanen kann den Tieren gesundheitlich zusetzen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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